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Um eine komplette Etage soll das Hauptgebäude am Sportpark aufgestockt werden. 

Erweiterung kann beginnen

Sportpark nimmt entscheidende Hürde

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Aufatmen bei den Verantwortlichen des SV-DJK Taufkirchen: Der Gemeinderat hat den Sperrvermerk aufgehoben, der zwei Millionen Euro Fördergeld geblockt hatte. Damit ist jetzt der Weg frei für die geplante Erweiterung des Sportparks am Köglweg. Nicht alle sind darüber froh, angesichts der angespannten Haushaltslage der Kommune.

Taufkirchen Ein zukunftsweisendes Signal für den Verein, ein mutiges Unterfangen für die Gemeinde. Denn die Haushaltslage ist mau. Darauf wies Taufkirchens Kämmerer im Laufe der Gemeinderatssitzung mehrfach hin. 2018 werde es im Verwaltungshaushalt sehr, sehr eng, warnte Jan Modrzinski. Als Kämmerer habe er das Große und Ganze zu sehen.

Und dazu gehören der Neubau der Grundschule am Wald, der Sanierungsbedarf der Mittelschule, die Wohngebietserweiterung an der Tegernseer Landstraße. Dazu kämen eventuell noch eine neue Kita und eine Turnhallenerweiterung. Besonders prekär: eine Gewerbesteuer-Rückzahlung von 460 000 Euro aus dem Jahr 2015. „Es fehlen 4,4 Millionen Euro im Haushalt“, so Modrzinskis bittere Bilanz. Die Kosten für die Erweiterung des Sportparks werden im Gegensatz dazu mit rund 4,2 Millionen beziffert, nach Wegfall der Sperre beträgt die Förderung durch die Gemeinde rund zwei Millionen.

Nicht alle Gemeinderäte unterstützen das Vorhaben am Sportpark zum jetzigen Zeitpunkt. Angesichts der angespannten Haushaltslage sehen einige dringenderen Handlungsbedarf bei anderen Projekten. Gegen die Aufhebung der Sperre setzten etwa sich die Grünen mit Nachdruck ein. Man müsse sich schämen für den Zustand der Mittelschule, sagte Gabriele Zaglauer-Sowoboda und betonte: „Dafür muss man Geld in die Hand nehmen.“ Auch David Grothe sagte, er habe bereits damals für den Sperrvermerk gestimmt. „Heute sieht der Haushalt noch schlechter aus, die Schulen haben Vorrang.“ Für ihn sei die Erweiterung des Sportvereins zwar ein schönes Projekt, aber keine Pflichtaufgabe.

Angesichts der Finanzlage habe er zwar „massivste Bauchschmerzen“, sagte Michael Lilienthal, dennoch stünde er hinter dem Sportpark-Projekt, weil auch der Verein wertvolle soziale Arbeit in der Gemeinde leiste. Herbert Heigl (CSU) sagte, das Vorhaben sei ein Projekt mit einem „tollen“ Konzept. Als er sich dafür entschied, war der Schulneubau klar, der Einbruch der Gewerbesteuer sei schlichtweg Pech. Der Verein habe eine Zukunftsvision und bräuchte eine Perspektive. Der SV-DJK sei die stärkste soziale Einrichtung mit Funktionen in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen. Dafür würde er auch einen Kredit aufnehmen, so Heigl.

Mit 14:9-Stimmen folgte das Gremium letztlich dem Antrag der CSU-Fraktion, die endlich ein klares Signal für den Verein gefordert hatte. Nunmehr ist der Sportverein aufgefordert, die Planungsausschreibungen umgehend für eine verbindliche Kosten- und Ausführungsplanung zu starten. Grünes Licht hatte auch Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) gegeben. Besonderes Augenmerk gelte nun den Vertragskonditionen.

Darum will der Sportverein erweitern

Um mit seinem Angebot für den Breitensport auch zukünftig auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, ist für den Verein die Aufstockung seines Gebäudes unverzichtbar, sagt SV-DJK-Vorsitzender Klaus Brandmaier. „Der Markt ist eng, wir müssen um jedes neue Mitglied kämpfen.“ Ein Sportverein müsse flexibel auf die Bedürfnisse in der Bevölkerung reagieren. Geplant ist die Aufstockung der Gebäude um eine komplette Etage mit 900 Quadratmetern Fläche. Entstehen sollen zwei Gymnastik- und ein Fitnessraum sowie ein Empfangsbereich mit kleiner Gastronomie.

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