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Was wird aus dem Seniorenheim in Taufkirchen? Noch immer ist ungewiss, wer das Areal kauft.

Wer kauft das Areal?

Um Seniorenheim wird hoch gepokert

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Wer Gebäude und Grund der Seniorenwohnanlage „Am Hachinger Bach“ in Taufkirchen erwirbt, ist nach wie vor völlig offen. Heike Winkler vom Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerk, dem Betreiber der Einrichtung, hat jetzt auf Merkur-Nachfrage bestätigt, dass man den Mietvertrag mit dem bisherigen Eigentümer des Gebäudes, in dem das Alten- und Pflegeheim untergebracht ist, zum Jahresende gekündigt hat.

Taufkirchen– Zwar will das Diakoniewerk die Einrichtung auch darüber hinaus betreiben, wie die Leiterin der Geschäftsstelle versichert, doch zu günstigeren Konditionen. Sprich: Man will weniger Miete für das Gebäude zahlen.

Da stellt sich die Frage, ob der sich abzeichnende Eigentümerwechsel von Grund und Gebäude dem Diakoniewerk in die Karten spielt oder nicht. Der bisherige Eigentümer, eine große Versicherung, will das Objekt auf jeden Fall abstoßen(wir berichteten). Interesse, das Areal samt Heimgebäude zu kaufen, hat die Rock-Capital-Group GmbH. Das Grünwalder Vermögensverwaltungs-Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits die Lindenpassage und die Eschenpassage in Taufkirchen erworben.

Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) bestätigt, dass ein Vertreter der Rock-Capital-Group jüngst in einer nichtöffentlichen Sitzung bezüglich des Objektkaufs vorstellig gewesen ist. „Mehr kann ich dazu derzeit aber nicht sagen“, betont Sander und bittet um Verständnis. Er geht nach wie vor davon aus, dass ein Verkauf von Gebäude und Gelände erst einmal keine gravierenden Auswirkungen für die Heimbewohner haben wird.

In diesem Zusammenhang verweist der Rathauschef darauf, dass die Gemeinde Taufkirchen 1983 das Grundstück am Köglweg an eine private Gesellschaft mit der Pflicht verkauft hat, dort für 50 Jahre ein Seniorenheim zu betreiben. Diese Verpflichtung sei durch einen Grundbucheintrag abgesichert worden. Wie aus dem Kreis des Gemeinderates zu hören ist, sehen die damals geschlossenen Vereinbarungen sogar vor, dass das Grundstück unter bestimmten Voraussetzungen von der Gemeinde zurückverlangt werden kann, wenn dort kein Altenheim mehr betrieben wird. Allerdings sollen die Formulierungen dazu so kompliziert und vage sein, dass wohl bezweifelt wird, ob die Gemeinde sich im Ernstfall auf diesen Vertragspunkt berufen kann.

Bürgermeister Sander will sich nicht im Detail zu den Vertragsinhalten äußern. Er teilt nur mit, dass der damals abgeschlossene Vertrag aufgrund seiner Komplexität von rechtlicher Seite mittlerweile überprüft worden ist. Und er betont, dass die Gemeinde kein Vorkaufsrecht für das Objekt besitzt. „Ein Vorkaufsrecht, mit dem die Gemeinde in einen abgeschlossenen Kaufvertrag als Käufer eintreten kann und an die Stelle des Vertragspartners tritt, ist nur unter engen rechtlichen Voraussetzungen gegeben“, erläutert der Rathauschef. „Und die liegen hier nicht vor.“

Sander stellt klar, dass das Schicksal der Heimbewohner ihm und der Gemeinde sehr am Herzen liege. Deshalb prüfe die Gemeindeverwaltung im Rahmen ihrer Möglichkeiten, welchen Beitrag sie leisten könne, damit der Betrieb in der Seniorenwohnanlage aufrecht erhalten bleibt. So denke man auch darüber nach, das Objekt selbst zu kaufen, sagt Sander. Die Gemeinde ist jedenfalls in Gesprächen sowohl mit dem Eigentümer als auch mit den Kaufinteressenten sowie dem Diakoniewerk.

Ob die Gemeinde ihr ehemaliges Grundstück wieder zurückkauft, hängt wohl auch davon ab, was die Rock-Capital-Group oder ein möglicher anderer Käufer mit dem Objekt vorhat. Die Rock-Capital-Group hat sich trotz mehrmaliger Nachfrage bisher nicht dazu geäußert, was man im Fall des Kaufs mit dem Objekt plant. Aus gut unterrichteten Kreisen ist aber zu hören, dass der Unternehmensvertreter den Gemeinderat darum gebeten haben soll, die besagte Verpflichtung, auf dem Areal ein Seniorenheim zu betreiben, aus dem Grundbucheintrag streichen zu lassen. Ein Wunsch, dem die Ratsmitglieder wohl nicht so einfach nachkommen werden.

Diakoniewerk-Geschäftsführerin Winkler ist dagegen fest davon überzeugt, dass sich ihr Wunsch auf eine Mietpreis-Reduzierung erfüllen wird. Sie habe deshalb bereits mit allen potenziellen Verkäufern gesprochen und positive Signale erhalten. Und selbst wenn der Verkauf des Objekts nicht bis Jahresende über die Bühne gehen sollte, gebe es eine Lösung. „Dann bietet uns der bisherige Eigentümer einen Vertrag zu günstigeren Konditionen an.“ Den Mitarbeitern sowie den Heimbewohnern und deren Angehörigen müsste jedenfalls um die Zukunft der Einrichtung nicht bange sein, betont Winkler: „Keiner der Beteiligten hat Interesse daran, dass jemand am Ende des Jahres auf der Straße sitzt.“

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