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Cooler Schlitten: Aus dem gesamten süddeutschen Raum sind Oldtimer-Besitzer am Sonntag nach Taufkirchen gekommen.

US American Dream Day

Amerikanisches Straßenfest trifft einen Nerv

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Taufkirchen - Als hätten die Taufkirchner drauf gewartet: Das erste amerikanische Straßenfest – der US-American Dream Day – hat voll eingeschlagen und am Sonntag tausende Besucher an den Rathausplatz gelockt.

Dass es so voll werden würde, rund um den Rathausplatz in Taufkirchen – damit hat wohl niemand gerechnet. Nicht Michael Blume, der Leiter des Kultur- und Kongresszentrums in Taufkirchen, und auch nicht seine Auszubildende Anna Fröhlich (22), die den ersten US-American Dream Day als praktische Abschlussprüfung organisiert hat. Rund 80 Biertisch-Garnituren standen am Sonntag am Rathausplatz und blieben den ganzen Tag über voll besetzt.

Die Besucher genießen frisches Ayinger Bier und dicke Burger mit „pulled pork“. Dazu greifen sie immer wieder in eine Pappschachtel voll Süßkartoffel-Chips – dem Renner des Tages. Gegenüber haben stolze Oldtimer-Besitzer aus dem gesamten süddeutschen Raum ihre Ami-Schlitten abgestellt und beobachten von ihren Campingstühlen aus das Staunen der Besucher. „Das ist doch eine Sting Ray, oder?“, ruft ein Sohn seinem Vater zu – und zückt schon das Handy für ein Selfie vor der blank polierten Corvette.

120 Fahrzeuge, so schätzt Einweiser „Al“ (26), finden an diesem Sonntag, dem Tag vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag (4. Juli), ihren Weg nach Taufkirchen: Limousinen und Pick Ups, Vans, Motorräder und schnittige Cabriolets. Ihre Besitzer, mal „lonesome cowboys“, mal Familien mit Kindern, leben den amerikanischen Lifestyle voll aus. Je nach Geschmack bringen sie einen Hauch von Wild-West-Romantik mit nach Taufkirchen, frönen den 50er-Jahren mit Pettycoat und Elvis-Tolle oder erinnern mit einem Augenzwinkern und neonfarbenen Schweißbändern an die sportlichen 80er in den USA.

Die Besucher, unter ihnen auch Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) und Zweiter Bürgermeister Alfred Widmann (SPD), lassen sich gerne anstecken von dieser Euphorie. Etliche sind mit Sonnenkäppis, Sonnenbrillen und T-Shirts gekommen, auf denen große Prints von Palmen oder US-Flaggen prangen. Wer sich traut, packt beim Bullriding den Stier an beiden Hörnern oder versucht sein Glück am Casinotisch im Ritter-Hilprand-Hof.

Die jungen Besucher tummeln sich am Skateboard Parcours von „Madrid Skateboard“ und am Basketball-Korb des TSV Unterhaching. Für die Kleinsten steht eine Hüpfburg bereit, und spätestens als am Nachmittag die Vorführung der „Funkys“ beginnt, richten sich alle Augen auf den Rathausplatz. Mit quietschbunten Pompoms strömen die jungen „Cheerleaderinnen“ auf die Bühne, danach begeistern die Tänzerinnen der höheren Altersklassen mit perfekter Choreografie und artistischen Einlagen.

Ein zweiter Auftritt folgt im Biergarten vom Wirtshaus Zinner, der ebenfalls voll besetzt ist, und um 17 Uhr beginnt die „Root Bootleg Band“ aus Murnau mit Live-Musik auf der Bühne neben dem gelben original-amerikanischen Schulbus, der an diesem Nachmittag zu einer Cocktailbar umfunktioniert ist. Der Höhepunkt am Abend ist die große Gershwin-Gala der Aiblinger Big Band und der Musikschule Taufkirchen im großen Saal des Ritter-Hilprand-Hofs.

Viele Oldtimer-Fahrer haben sich zu diesem Zeitpunkt schon wieder auf den Rückweg gemacht, doch es ist gut möglich, dass es im nächsten Jahr eine Wiederholung des amerikanischen Straßenfestes geben wird.

Warum das Treiben so gut ankommt, erklärt sich „Al“, der die Veranstaltung als Einweiser unterstützt und selbst Mitglied im „Reminiscents Car Club“ ist, übrigens so: „Der US-American Dream, das ist ein bisschen mehr Schmutz im Tank und ein bisschen mehr ,Grease’ im Haar (Anspielung auf das Kult-Musical mit John Travolta, Anm. d. Red.) – und das tut unserer eher sicherheitsbedürftigten Gesellschaft mal ganz gut.“

Sophia Heyland

Hier finden Sie noch mehr Fotos vom Straßenfest

Amerikanisches Straßenfest in Taufkirchen: Fotos

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