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Mit sehr viel Abstand, Maske und weniger Teilnehmern starten die Volkshochschulen wieder ihr Kursprogramm. 

Eingeschränkter Betrieb

Nur mit weniger geht’s bei den Volkshochschulen weiter

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Stück für Stück wollen die Volkshochschulen im Landkreis München ihr Programm wieder aufnehmen. Doch bei manchen Seminaren funktioniert das einfacher als bei anderen.

Landkreis– Englischkenntnisse verbessern, Goldringe schmieden oder Indisch kochen lernen – das gesamte Angebot der Volkshochschulen im Landkreis München fiel in den vergangenen Monaten aus. Nur Online-Kurse waren möglich. Jetzt dürften sie wieder öffnen, doch die meisten Kurse starten erst nach den Pfingstferien wieder.

„Es ist toll, dass es wieder weitergeht“, sagt Silvia Engelhardt, Leiterin der VHS in Taufkirchen. „Da bin ich sehr froh.“ Doch so wie gewohnt können die Kurse nicht stattfinden. Der Abstand von eineinhalb Metern muss eingehalten werden, im Eingangsbereich und auf den Toiletten herrscht Maskenpflicht und die Gruppengröße in den einzelnen Seminaren wird stark reduziert. „Die Teilnehmerzahl wird per Quadratmeter berechnet“, erklärt Elisabeth Stein von der Volkshochschule SüdOst. „Es gibt Räume, in die vorher 22 Leute gepasst haben, jetzt sind es nur noch elf“, sagt sie. Außerdem muss jede Stunde regelmäßig gelüftet werden. „Das ist wegen den Aerosolen in der Luft ganz wichtig“, erklärt Katrin-Jasmin Becker, Marketing-Leiterin bei der VHS im Norden des Landkreises München. Auch die Gruppenbildung vor und während des Kurses ist derzeit nicht erlaubt.

Sport- und Kochkurse nur schwer umsetzbar

Nach den Pfingstferien finden im Wolf-Ferrari-Haus wieder Kurse im Berufsbereich statt. An der Taufkirchner VHS werden bis auf weiteres keine Kochkurse veranstaltet. Zum einen, weil die Teilnehmer in der Schulküche kochen würden und zum anderen „finde ich es schwer, die Hygieneregeln beim Thema gemeinsam kochen umzusetzen“, erklärt Engelhardt. Auch im Sport- und Bewegungsbereich sei es schwer die Vorlagen einzuhalten. „Bei einem Kurs in dem viel geschwitzt wird, dürfen viel weniger teilnehmen als zum Beispiel bei einer Yogastunde“, sagt Stein. „Das ist finanziell natürlich eine riesige Herausforderung.“

Viele Leute sind noch sehr vorsichtig

Derzeit arbeiten die Mitarbeiter der Verwaltung an Plänen, um die Geldeinbußen zu minimieren. Und auch auf die Frage, wer zu den Teilnehmer reduzierten Kursen kommen darf, suchen die Volkshochschulen nach Antworten. „Wir sind gerade dabei, Lösungen zu finden“, sagt Engelhardt. Die VHS Taufkirchen überlegt, die Seminare zu kürzen, sodass immer zwei Kurse hintereinander stattfinden können. Außerdem spielen die Mitarbeiter mit dem Gedanken die Seminare in zwei Gruppen aufzuteilen und den Kurs 14-tägig zu veranstalten. Doch vielleicht ergibt sich die neu errechnete Kursgröße auch von alleine, denn „einige Leute sind noch sehr vorsichtig“, erklärt Engelhardt.

Kurse auch weiterhin online

Genau deshalb bleiben die Online-Kurse auch im Programm der drei Volkshochschulen. „Teilnehmer können diese weiterhin über den Bildschirm online ansehen“, sagt Becker. Wie die genaue weitere Planung der Volkshochschule im Norden des Landkreises aussieht, entscheidet jeder Fachbereich für sich selbst. Eins ist jedoch klar – alle Kurse können nicht nachgeholt werden. „Wir versuchen jedoch, möglichst viele ausgefallene Termine nachzuholen, daher wird das Semester bis Mitte August verlängert“, versichert Becker. Auch die VHS Taufkirchen kann die Kurse nicht wieder so hochfahren wie zuvor. „Es wird sicherlich auch Enttäuschungen geben“, sagt Engelhardt. Die Volkshochschulen halten ihre Teilnehmer jedoch per Newsletter auf dem Laufenden. Viele warten, genauso wie die Kursbetreuer, schon sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung.

Laut Stein haben die Hygiene-Regeln aber eine gute Sache. Dank der „Kursräume-Deluxe“, wie sie sagt, haben die Teilnehmer nun mehr Platz und der Kursleiter kann sich umso intensiver mit jedem Einzelnen beschäftigen.

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