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Zettelchen als Wegbegleiter: Auf der Mitte des Rathausvorplatzes hatten die Demonstranten Stellung bezogen. An ihnen vorbei führt der Weg zum Ritter-Hilprand-Hof, wo die AfD-Veranstaltung stattfand.

Wahlkampfauftakt mit Gegen-Demo

70 gegen die AfD

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Für den Wahlkampfauftakt im Landkreis München mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch hat sich die AfD das Taufkirchner Kulturzentrum ausgesucht. Und das sorgte für viel Gegenwind aus der Gemeinde im Vorfeld. Viele Bürger hatten sich für eine Gegen-Demo am Tag des Auftakts vor dem Ritter-Hilprand-Hof versammelt.

Taufkirchen – Für den Wahlkampfauftakt im Landkreis München mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch hat sich die AfD das Taufkirchner Kulturzentrum ausgesucht. Nicht nur, weil sie im Süden und im Südosten des Landkreises die meisten Mitglieder hat, sondern auch deshalb, weil private Räume als Alternative besondere Schwierigkeiten mit sich brächten: „Wirte werden bedroht, es kommt zu Schlägereien“, sagte der Bundestagskandidat für den Wahlkreis München-Land, Gerold Otten aus Putzbrunn, in seiner Ansprache vor rund 180 Zuhörern.

Leicht machen wollte man es der Partei in Taufkirchen auch in den Räumen der Öffentlichkeit nicht. Zunächst hatte der Gemeinderat in interner Sitzung die Vermietung mehrheitlich abgelehnt. Der rechtswidrige Beschluss wurde nach Rücksprache mit dem Landratsamt und dem Verwaltungsgericht von Bürgermeister Ullrich Sander gekippt (wir berichteten). Bei einer Demonstration vor dem Ritter-Hilprand-Hof brachten dann vor allem Mitglieder der SPD, der Grünen und des Helferkreises ihre Ablehnung gegen die AfD-Veranstaltung zum Ausdruck – rund 70 Demonstranten waren gekommen. Sie spannten zwei Leinen mit farbigen Zettelchen und den Aufschriften „Taufkirchen ist bunt, Taufkirchen ist nicht schwarz-weiß und schon gar nicht braun“. Gabi Zaglauer-Swoboda (Grüne) verteilte Haribo Colorado zum Zeichen der Buntheit. Auf dem Vorplatz stand noch die Bühne, auf der Pfarrer Joachim Rohrbach beim „Rendezvous Open Air Charity Konzert“ gesungen hatte. Das Mikro wurde am Montag noch einmal einem Sound-Check unterzogen und funktionierte bei der Demo tadellos.

Für die Technik, die sonst im Kulturzentrum bestens betreut wird, hatte das Kulturamt für diesen Abend niemanden zur Hand. Das musste die AfD selbst regeln. Außerdem hatte die Belegschaft des „Zinners“ nebenan einen Ausflug unternommen.

Die Demonstranten vermissten beim Zeichensetzen explizit Bürgermeister Ullrich Sander und hielten seine Abwesenheit für mehr als unverständlich. Dieser hatte allerdings einen guten Grund: Er setzte sich im Zweckverband Oberhaching für den Standort der FOS in Taufkirchen ein. Selbst ohne einen Termin wäre Sander nicht zur Demonstration gegangen und hätte sich von beiden Veranstaltungen ferngehalten: „Beides passt in meinen Augen nicht zum Amt des Bürgermeisters“, sagte er gegenüber dem Münchner Merkur.

Im Saalinneren hatte die AfD-Bundesvorsitzende von Storch zu Anfang etwas mit der Rückkopplung des Mikrofons zu kämpfen. Inhaltlich ging sie auf das Kernthema der Migration ein und streifte die Ehe für alle. Auf Taufkirchen bezogen fand von Storch es sehr schade, dass die Gemeinde im Vorfeld versucht hatte, „mit demokratischen Mehrheiten Minderheiten im Wahlkampf außen vor zu halten“.

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