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Während der Fahrt: Beifahrer schneiden Fahrer Ohr ab - Polizei muss Warnschüsse abgeben

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Von: Martin Becker

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Warnschüsse bei Polizeikontrolle in Taufkirchen
Die Polizei sichert Spuren an der Einsatzstelle. © Thomas Gaulke

Am Donnerstagabend hat die Meldung geschockt, dass die Polizei bei einer Verkehrskontrolle nahe der Autobahn Warnschüsse abgeben musste. Jetzt zeigt sich, dass die Geschichte noch dramatischer ist als angenommen. Ein Ohrstück musste angenäht werden.

Update, 1. April, 21.33 Uhr: Inzwischen ist laut Polizei klar, dass die Männer verwandt sind. Der 40-Jährige, der weiter in U-Haft sitzt, ist der Vater des 17-Jährigen. Der ist wiederum Cousin des Opfers. Warum ihr Streit derart eskalierte, bleibt Teil der Ermittlungen.

Update, 25. März, 15.35 Uhr: Taufkirchen - Der Fahrer des auffälligen Autos wurde nicht nur von seinen Beifahrern mit einer Pistole bedroht und heftig verprügelt. Sie haben ihm auch einen Teil seines Ohrs abgeschnitten.

„Das Ohr wurde gefunden und konnte wieder angenäht werden“, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München mit. Ansonsten belassen es die Beamten in diesem verstörenden Fall, zu dem es auf der Hohenbrunner Straße gekommen ist, bei den wenigen bekannten Fakten. Denn die Hintergründe bleiben vorerst völlig unklar.

Er wollte auch sich aufmerksam machen

Fest steht: Das Opfer, ein 22-jähriger Afghane mit Wohnsitz im Landkreis München, war mit seinem Opel gegen 16.15 Uhr auf dem Verbindungsstück zwischen dem Kreisverkehr an der Tegernseer Straße und der Autobahn-Auffahrt Taufkirchen-Ost unterwegs. Genauso wie eine Streife der Polizeiinspektion Haar, die von einem Einsatz kam. Als der Fahrer in seiner misslichen Lage das Polizeiauto bemerkte, ergriff er seine Chance. „Er ist in Schlangenlinien gefahren, um auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt Sprecher Sven Müller. Mit Erfolg. Die Polizisten erkannten die bedrohliche Situation und wollten den Opel stoppen. Der 22-Jährige kam ihnen zuvor: Er fuhr auf den Seitenstreifen und stieg hastig aus. Das hinderte seine afghanischen Beifahrer nicht, ihm nachzukommen und unvermittelt mit Faustschlägen zu beginnen. Dabei hielt ein 40-Jähriger eine Schusswaffe in Händen, die sich später als Schreckschusspistole herausgestellt hat. Ein Minderjähriger (15) war mit einem Taschenmesser bewaffnet.

Trotz Warnung Waffe nicht abgelegt

Die Situation eskalierte, als der 40-Jährige seine Waffe trotz der eindringlichen Appelle der Polizisten nicht ablegen wollte. Erst nach drei Warnschüssen in die Luft kam er der Aufforderung nach. Die Beamten, die Unterstützung von einer zweiten Streife bekommen haben, mussten zudem ihre Schlagstöcke einsetzen, um die Beifahrer festnehmen zu können.

Die Männer mit Wohnsitz in München kamen am Freitag vor den Haftrichter: Gegen beide wird wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Bislang bleiben viele Fragen offen: Etwa, in welcher Verbindung die drei Afghanen zueinander stehen. Sind sie verwandt? Seit wann leben sie in Deutschland? Handelt es sich um ehemalige Asylbewerber? Dazu gab es von der Polizei keine Angaben. Genauso wie zu dem Grund für den Streit und die Gewalt-Eskalation: Er liegt bislang völlig in Dunkeln. „Das alles ist Teil der Ermittlungen“, heißt es am Freitag aus dem Präsidium.

Warnschüsse der Polizei waren in Taufkirchen nötig, um drei Männer festzunehmen. Eine Person wurde dabei verletzt und kam ins Krankenhaus.

Erstmeldung, 24. März, 18.43Uhr: Taufkirchen – Im Zuge einer Festnahme in Taufkirchen (Kreis München) mussten Polizeibeamte am Donnerstagnachmittag Warnschüsse abgeben. Auf der Hohenbrunner Straße, dem Verbindungsstück zwischen dem Kreisverkehr an der Tegernseer Landstraße und der Autobahnausfahrt Taufkirchen-Ost, hat eine Polizeistreife gegen 16.20 Uhr in einem Pkw „eine Bedrohungssituation wahrgenommen“, berichtet ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

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Personenkontrolle in Taufkirchen: Bedrohungssituation in Pkw

Auch eine Schusswaffe sei wahrgenommen worden. Als die Beamten das Fahrzeug zwecks Personenkontrolle stoppten, stiegen drei Männer aus – zwei von ihnen attackierten den Fahrer des Wagens mit einer Schusswaffe und einem Messer. Daraufhin gaben die Polizeibeamten mehrere Warnschüsse ab. Eine zweite Polizeistreife kam hinzu, bei ihrer Festnahme leisteten die Männer mit afghanischer Staatsangehörigkeit massiven Widerstand. Der Fahrer, dem offenbar die Bedrohung in dem Konflikt galt, erlitt leichte Verletzungen und kam in ein Krankenhaus.

Tatort bis in die Abendstunden gesperrt

Zu den weiteren Hintergründen des Vorfalls laufen die Ermittlungen durch Kriminalpolizei und Spurensicherung. Die B471 war in diesem Bereich am Donnerstag wegen des Polizei-Großeinsatzes bis in die Abendstunden großräumig gesperrt.

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