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Die Kegelfelder wären laut ILT ein perfekter Standort: gute Anbindung an die S-Bahn und nahe der Realschule. Doch das Gelände steht der Gemeinde aktuell nicht zur Verfügung. 

Einstimmiger Beschluss

Es ist offiziell: Auch Taufkirchen will die FOS

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Einstimmig hat der Gemeinderat Taufkirchen dafür gestimmt, sich für die neu geplante FOS/BOS im Süden des Landkreises zu bewerben. Damit gibt es neben Oberhaching und Sauerlach nun drei potenzielle Kandidaten, mit denen sich der Kreistag am kommenden Montag befassen muss.

Taufkirchen – Spät, aber noch nicht zu spät hat Taufkirchen das Rennen um eine FOS/BOS noch einmal spannend gemacht. Ein einfaches Schreiben an Landrat Christoph Göbel (CSU), mit der Bitte, Taufkirchen in den Bewerberkreis aufzunehmen, reiche aus, versicherte Edith Hirtreiter ihren Kollegen im Gemeinderat. Dieses muss die Verwaltung nun noch vor Montag im Landratsamt einreichen. Kosten fallen für die Gemeinde keine an. Die Fach- und Berufsoberschule ist eine rein vom Landkreis finanzierte Schulform. Teilweise trägt der Kreis sogar Grundstückskosten, wie etwa bei der FOS/BOS in Unterschleißheim. In Gang gesetzt hat den Vorgang die Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT). Per Eil-Antrag hatte sie die Bewerbung auf die Tagesordnung im Gemeinderat befördert (wir berichteten) – und wartete in der Sitzung mit mehreren Argumenten für eine FOS/BOS am Standort Kegelfelder in Taufkirchen auf.

Schülerzahlen

Wichtigster Punkt: die Schülerzahlen: Gemeinsam mit Unterhaching und Schülern aus den südlichen Münchner Stadtgebieten wird Taufkirchen die „Mehrzahl“ der künftigen Schüler an der FOS/BOS stellen, ist die ILT überzeugt. Als Beleg führt sie die aktuellen Schülerzahlen der Realschule an: 300 Schüler kommen aus Taufkirchen, 290 aus Unterhaching und 171 aus München. Aus Oberhaching, das bislang Favorit im Rennen um eine FOS/BOS ist, kommen täglich 100 Realschüler nach Taufkirchen, Sauerlach schickt 25 Schüler. „Mit einer FOS/BOS in Taufkirchen könnten wir die Schule zu den Schülern bringen und würden nicht einen teuren Schülertourismus fördern“, schreibt die ILT in ihrem Beschlussvorschlag.

Kostenfaktor

Zweites Argument: Die S-Bahn-Haltestelle liegt als letzte der Linie S3 noch im preisgünstigeren Innenstadt-Tarifbereich, was eine Kostenersparnis für Schüler aus Unterhaching und München bedeutet. Ein Campus-Konzept, wie in Oberhaching und Sauerlach angedacht, wo neben der FOS/BOS auch eine Realschule entstehen soll, wäre in Taufkirchen nicht notwendig, so die ILT. Die Turnhalle der bestehenden Realschule und der nahegelegene Sportpark „könnten den Sportunterricht für die zwölften Klassen mit zwei Stunden pro Woche auffangen“.

Mit ihrem detaillierten Antrag konnte die Initiative den Gemeinderat überzeugen. Die Entscheidung für eine Bewerbung fiel einstimmig. Die unterschwellige Kritik an Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) – warum Taufkirchen auf keiner Seite des Schulbedarfsplan als eventueller Schulstandort aufgeführt ist? – wies der Rathauschef zurück. „Ich sitze nicht im Kreistag, und die Gemeinden wurden nicht eingebunden.“ Den Bericht zum Schulbedarfsplan habe Taufkirchen, wie alle anderen Kommunen im Landkreis, „erst am 15. März erhalten“, rechtfertigte sich Sander.

Standort-Bedenken

Allerdings hatte der Bürgermeister im Vorfeld der Sitzung Bedenken geäußert, da der Standort Kegelfelder der Gemeinde derzeit nicht zur Verfügung stehe: „Die Kegelfelder scheitern im Moment an rechtlichen Hürden“, wiederholte er im Gemeinderat. „Ich sehe da noch kein Fortkommen.“ Die ILT will sich davon nicht abschrecken lassen. „In Oberhaching gehört nur ein kleiner Teil des Grundstücks der Gemeinde, und Sauerlach ist ebenfalls nicht Eigentümerin des Grundstücks“, schreibt Fraktionssprecherin Edith Hirtreiter. Ihre Hoffnung: „Durch geschicktes Verhandeln kann es auch in Taufkirchen gelingen, an die entsprechenden Grundstücke zu kommen.“ Ob der Kreistag ebenfalls genügend Argumente für Taufkirchen sieht, wird sich am Montag zeigen.

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