Online-Petition

Taufkirchner Biologin fordert: Eine Milliarde jährlich für  Forschung gegen unheilbare Krankheiten

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Die Taufkirchner Biologin Andrea Flemmer ist sich sicher: Mit mehr Forschungsgeldern wären auch mehr Krankheiten heilbar. Dafür sammelt sie Unterschriften.

Taufkirchen– Nehmen wir als Beispiel Penicillin. Heutzutage als Antibiotikum nicht mehr wegzudenken. Aber wie erfolgte 1928 die Entdeckung? „Durch eine unsaubere, verschimmelte Platte“, erinnert Andrea Flemmer an den Zufallsfund von Sir Alexander Fleming. „Im Studium wären wir dafür geschimpft worden.“ Oder die Pest, einst der „schwarze Tod“. Erst 1894 spürte der Schweizer Arzt Alexandre Yersin als Erreger den Rattenfloh auf.

Zwei bahnbrechende Entdeckungen der Medizingeschichte, die Andrea Flemmer (59), promovierte Biologin aus Taufkirchen und Autorin von über 30 Gesundheitsbüchern, gern als Musterbeispiele nennt. Sie wagt den Transfer in die Gegenwart und wirft die Frage auf: „Sind heute angeblich unheilbare Krankheiten wirklich unheilbar?“ Sie bezweifelt das. Deshalb richtet die Taufkirchnerin eine Online-Petition an den Bundestag. Das Ziel: Hilfe für unheilbar Kranke durch mehr Forschung. Dafür, so ihre Vision, sollen pro Jahr mindestens eine Milliarde Euro ausgegeben werden.

Eine enorme Summe. Eine Milliarde Euro. Pro Jahr. Andrea Flemmer findet: Weniger darf es nicht sein.

Andrea Flemmer, Taufkirchner Biologin.

„Es wird so viel Geld ausgegeben für in meinen Augen unsinnige Dinge wie die Rettung von maroden Banken oder Fluglinien. Doch die Gesundheit der Menschen ist viel wichtiger“, argumentiert die promovierte Biologin. „Krebs, Demenz oder Multiple Sklerose kann jeden treffen. Es wird endlich Zeit, diese Krankheiten zu knacken.“

Dass das möglich ist, davon ist Andrea Flemmer überzeugt. Ähnlich wie bei Penicillin oder dem Rattenfloh glaubt sie an wegweisende Forschungsergebnisse. Allerdings nicht, wie einst, durch Zufall. Sondern durch systematische Forschung.

„Es rentiert sich, dieses Geld zu investieren“, gibt sich die Taufkirchnerin überzeugt. Es gebe Spitzenforscher, „die Ideen haben, wie man eine Krankheit heilen kann, aber nicht die Mittel, um ihre Idee umzusetzen“. Sie kenne „einige Ärzte und Naturwissenschaftler, die ich für geeignet halte, die Probleme zu lösen“. Die, so Flemmers Vision, sollen von der Bundesregierung in der genannten Größenordnung unterstützt werden. „Eine lohnenswerte Aufgabe, die zugleich eine Menge hoch qualifizierter Arbeitsplätze brächte. Und von den Ergebnissen würde die ganze Welt profitieren.“ Mit dem Gütesiegel „Made in Germany“.

Auf die Idee, eine Petition zu starten, kam Andrea Flemmer durch eigene Erfahrungen. Eine Bekannte, unter Multipler Sklerose leidend, habe sich in ihrer Verzweiflung gewünscht, „einfach einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen“. Oder die eigene Mutter, einst begeisterte Schwimmerin, mittlerweile an Demenz erkrankt. „Als meine Schwester sie ins Schwimmbad brachte, wusste sie nicht mehr, was sie im Wasser soll.“

Die Ansätze von Andrea Flemmer stochern nicht irgendwie herum, sie sticht ins Detail. „Dringend wäre zum Beispiel die Frage, ob die Aufpolsterung der Blasenschleimhaut für MS-Patienten etwas hilft, die ständig unter Blasenentzündung leiden, oder ob das körpereigene Antibiotikum LL-37 in diesem Zusammenhang etwas bringt.“ Andrea Flemmer ist sich sicher: „Da da fällt vielen Wissenschaftlern etwas ein.“

Darum geht es ihr mit der Petition: pro Jahr eine Milliarde Euro in medizinische Forschung zu pumpen. 50 000 Unterstützer braucht sie für ihre Online-Petition an den Bundestag, gerade mal knappe 160 haben bisher mitgezogen. „Dabei hat doch fast jeder eine Oma oder einen Opa, der unter Demenz leidet“, wundert sich Andrea Flemmer. Und hofft auf breitere Unterstützung.

Die Petition ist zum Unterzeichnen und für weitere Informationen auf den Seiten von OpenPetition zu finden.

Rubriklistenbild: © dpa / Emily Wabitsch

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