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Kauft die Gemeinde Taufkirchen die Seniorenwohnanlage „Am Hachinger Bach“? 

Taufkirchner  Wohnanlage „Am Hachinger Bach“

Gerüchte um Rock Capital: Seniorenheim wird verkauft

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Die Seniorenwohnanlage in Taufkirchen wird verkauft - nur an wen? Im Gespräch ist Rock Capital. Mit der hat die Gemeinde nicht die besten Erfahrungen. 

Taufkirchen – Das Gebäude, in dem die Seniorenwohnanlage „Am Hachinger Bach“ untergebracht ist, wechselt samt zugehörigem Grund den Eigentümer. Wer der neue Eigentümer wird, ist allerdings noch offen. Denn die Gemeinde hat ein Vorkaufsrecht und könnte, um den Verkauf an einen unliebsamen Bewerber zu verhindern, selbst Grund und Immobilie erwerben. Darüber soll am Montag in nicht-öffentlicher Sitzung des Gemeinderates entschieden werden.

In Lindenpassage geht nichts voran

Wie aus dem Umfeld des Gremiums zu hören ist, hat die Rock-Capital-GroupGmbH ihre Fühler nach dem Verkaufsobjekt ausgestreckt. Das Unternehmen, eine private Vermögensverwaltung mit Sitz in Grünwald, hat bereits in die Lindenpassage in Taufkirchen am Wald investiert und plant, das marode Einkaufszentrum abzureißen und einen sechsstöckigen Komplex neu zu errichten. Doch seit rund eineinhalb Jahren geht in der Lindenpassage nichts voran. Weil sich Mieter mit dem Investor nicht einigen können.

Unklar ist, ob der Verkauf der Seniorenwohnanlage an die Rock-Capital-Group bereits vollzogen wurde oder noch nicht. Aber selbst wenn das Geschäft bereits gemacht worden ist, kann die Gemeinde aufgrund ihres Vorkaufsrechts noch eingreifen – falls sie es denn will.

Für die Heimbewohner und deren Angehörige habe der Verkauf vorerst jedenfalls keine Auswirkungen. Davon gehen sowohl Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) als auch Heike Winkler vom Evangelisch-Lutherischen Diakoniewerk Hohenbrunn aus. Das Diakoniewerk betreibt das Seniorenheim und hat das Gebäude am Köglweg gemietet.

Gespräche laufen

Beschäftigt hat das Immobiliengeschäft den Taufkirchner Gemeinderat jedenfalls nicht nur in nicht-öffentlicher Sitzung. Auch in der jüngsten öffentlichen Sitzung wurde das Thema kurz angeschnitten. „Bisher zeichnen sich keine Nachteile für die Bewohner ab“, betonte Rathauschef Sander. Man sei im Gespräch mit dem Diakoniewerk und dem potenziellen neuen Eigentümer. Birgit Schmidl (SPD) hielt das für wichtig. Schließlich müssten Bewohner und Angehörige wissen, woran sie sind.

Sander verwies in diesem Zusammenhang auf den geltenden Bebauungsplan für die Fläche. Dort sei das bestehende Gebäude als Altenheim festgesetzt. Dass bedeutet, dass der neue Eigentümer nicht einfach aus dem Heim Luxuswohnungen oder Ähnliches machen kann.

Großer Versicherer stößt Wohnheim ab

In der Seniorenwohnanlage leben laut der Diakoniewerk-Vorsitzenden Winkler derzeit 140 Senioren. Davon benötigen 120 Bewohner Pflege. Bisheriger Eigentümer sei eine große Versicherung gewesen, die aber mittlerweile in ihrem Portfolio keine Alten- und Pflegeheime mehr haben wolle und deshalb nun auch das Gebäude in Taufkirchen abstößt.

Sobald der Verkauf rechtlich abgeschlossen ist, will Winkler das Gespräch mit dem neuen Eigentümer suchen und dann auch die Heimbewohner und deren Angehörige informieren. Sie weist aber daraufhin, dass selbst beim Verkauf vorerst der bestehende Mietvertrag Gültigkeit behält. Sollte der neue Eigentümer tatsächlich irgendwann eine Erhöhung der Miete ins Auge fassen, müsste man erst einmal über den Zustand des Gebäudes und eventuelle Sanierungsarbeiten reden, stellte Winkler klar.

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