Unwetter-Bilanz für den Landkreis Erding

Blitz trifft Mann vor dem Fernseher

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Die Gewitterfront am Samstagabend hat auch den Landkreis auf Trab gehalten. Ein Einsatz war besonders dramatisch:

Gegen 18 Uhr gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung für einige oberbayerische Landkreise, darunter das Erdinger Land heraus. Von Südost zog eine breite Front herauf. In Schwindegg, kurz hinter der Landkreisgrenze, begann es heftig zu hageln. „So viel Regen und Hagel binnen kürzester Zeit habe ich noch nie erlebt“, schildert ein Zeuge.

Dramatische Momente erlebte ein Haushalt im Gemeindebereich Taufkirchen. Polizeiangaben zufolge schlug kurz nach 19 Uhr ein Blitz in ein Anwesen ein. Die enorme Energie drang in ein Kabel ein und mündete im Fernseher. Ein 30-Jähriger, der sich in dem Zimmer aufhielt, erlitt einen Stromschlag und wurde leicht verletzt. Glücklicherweise brach kein Brand aus.

In diesem Zeitraum sah sich die Dorfener Polizei genötigt, wegen der Unwettergefahr das EOS-Festival an der Disco neben dem Waldbad in Taufkirchen abzubrechen. Die Besucher wurden zum Gehen aufgefordert. Um den Verkehr zu beschleunigen, wurde die Feuerwehr zur Verkehrslenkung auf dem Parkplatz angefordert. Die polizeiliche Anordnung empörte die Veranstalter sehr. Sie sprechen von einer Überreaktion (siehe Bericht auf der Dorfen-Seite).

Für einige Feuerwehren wurde es ein unruhiger Abend, denn einige Dutzend Keller und Straßen standen nach Wolkenbrüchen unter Wasser. Nach dem Hagel in Schwindegg wurden auch Einsatzkräfte aus dem östlichen Landkreis in den Raum Mühldorf entsandt. Danach kam das Unwetter in die eigene Region. Unter anderem in Niedergeislbach (Lengdorf), in Fraunberg, Maria Thalheim, Buch am Buchrain und Burgharting waren die Pumpen der Feuerwehren gefragt. In Buch gab es zudem einen kleineren Erdrutsch

Das Streetfood-Festival in Erding war bis zum späten Abend nicht tangiert, in der Innenstadt konnte lange gefeiert werden (siehe Bericht auf der Erding-Seite).

Betroffen war erneut der Flughafen München. Für gut eine Stunde mussten beide Vorfelder geräumt werden, alle Starts- und Landungen wurden bis nach 21 Uhr verschoben. Bei akuter Gewittergefahr dürfen sich wegen des Risikos, vom Blitz getroffen zu werden, keine Personen vor den beiden Terminals und dem Satelliten aufhalten.

In der zweiten Nachthälfte flaute das Unwetter ab. Gegen 23 Uhr konnten alle entsprechenden Warnungen aufgehoben werden.

Unwetter in Oberbayern: Alle Informationen im Ticker

Rubriklistenbild: © dpa

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