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Windenergie: Taufkirchen will Bürger mit ins Boot holen

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Von: Stefan Weinzierl

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Windrad
Auf der Suche nach alternativen Energiequellen zieht die Gemeinde Taufkirchen auch in Erwägung, den Bau von Windkraftanlagen zuzulassen.  © IMAGO/Rene Traut

Auf der Suche nach alternativen Energiequellen zieht die Gemeinde Taufkirchen auch in Erwägung, den Bau von Windkraftanlagen zuzulassen.

Taufkirchen - Taufkirchen will vorsorgen, zumal die Gefahr besteht, dass aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der von der Bundesregierung beschlossenen Neuregelungen zum Ausbau der Windenergie die Gemeinden mittelfristig ihre Planungshoheit verlieren.

Eine erste Analyse der Verwaltung unter der Federführung von Klimaschutzmanagerin Patricia Friedlmeier hat ergeben, dass die Windgeschwindigkeit zwar nicht besonders hoch ist, aber zumindest eine solche Größenordnung vorliegt, dass man eine Rentabilitätsprüfung in Auftrag geben sollte. In öffentlicher sowie nicht-öffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat nun mehrere Beschlüsse gefasst, um die Untersuchungen voranzutreiben und die Bürger mit ins Boot zu holen.

Auch Gegner überzeugen

So wurde beschlossen, dass, sollten Windräder im Ort gebaut werden, man die Bürger in das Projekt miteinbezieht. Hans Zäuner, der ein Windrad in Hamberg (Kreis Ebersberg) als Bürgerenergieanlage initiiert hat, hatte den Gemeinderäten berichtet, wie viel Mühe es gekostet hatte, das Windrad auch gegen den Widerstand einiger Bürger zu errichten, dass die Anteilseigner mit der Leistung der Anlage bisher sehr zufrieden und mittlerweile sogar Gegner vom Nutzen überzeugt seien.

Zäuner, beziehungsweise die Zäuner & Stinauer GbR, soll nun als Projektierer mit der Gemeinde weiterzusammenarbeiten und die Rentabilitätsprüfung vorantreiben. Das wurde in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. Um Kosten für eine eigene Windmessung zu sparen, will man von der ARGE Hofoldinger Forst die Windmessungsergebnisse abkaufen. Auch dieser Beschluss erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Mögliche Fläche westlich der A8

Die von der Gemeindeverwaltung durchgeführte Potenzialanalyse hat ergeben, dass eine Fläche im Wald westlich der A8, südlich der A995 als Standort in Frage käme. Dort könnten sich drei Windräder lohnen. Angenommen wurde der Anlagentyp Enercon E 160 mit einem Jahresertrag bei 5,3 m/s Wind von rund 10 000 MWh pro Jahr und Windkraftanlage. Insgesamt wäre hier laut Verwaltung ein Ertrag von 30 000 MWh pro Jahr möglich. Das entspreche dem Stromverbrauch von etwa 8500 Haushalten und einer CO2-Einsparung von 23 000 Tonnen im Jahr.  

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