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Für eine Ausbildung zur Bauzeichnerin interessiert sich Susanne Wacker (16), Schülerin der 10v1, interessiert sich. Das Bewerbungsgespräch führt Julia Reiher, Recruiterin bei der Deutsch en Bahn. 

Workshops mit Firmen an Taufkirchner Mittelschule

Die Chance auf einen Praktikumsplatz

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Rund 60 Acht- bis Zehntklässler der Mittelschule Taufkirchen haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Für ihre Zukunft. In Sachen Berufseinstieg ging es in Workshops und Unterricht ans Eingemachte: von der Bewerbungsmappe bis zum Vorstellungsgespräch.

Taufkirchen –13 Unternehmen halfen beim Finale, machten Klassenzimmer zu Personalbüros. Die jungen Leute stehen vor dem Ende ihrer Schulzeit. Eines wissen die 14- bis 17-Jährigen genau: Kein Ausbildungsplatz ohne vernünftige Bewerbung. Wenn fachkundige Anleitung fehlt, ist das kein Kinderspiel. Die „Mittelschule mit Schwerpunkt Musik“, so seit Freitag der offizielle Titel, handelt und entlässt ihre Schüler nicht unvorbereitet in die Berufswelt. Zum fünften Mal fand jetzt der sogenannte Bewerber-Rundlauf parallel zum Unterricht statt. Rektorin Nikola Kurpas freut sich dabei über die Unterstützung von 13 Firmen, die ihre Personalverantwortlichen nach Taufkirchen schickten. Zum finalen Bewerbungsgespräch als Krönung wochenlanger Vorbereitung.

Susanne Wacker, Schülerin der 10v1, hat sich als Bauzeichnerin beworben. Jetzt sitzt die 16-Jährige der BWL-Studentin Julia Reiher (22) gegenüber, die hier als Recruiterin für die Deutsche Bahn auf Personalsuche ist. Julia Reiher prüft Susannes Mappe. Das Zeugnis des Mädchens bestätigt ein gutes mathematisch-technisches Verständnis. Die Recruiterin stellt viele Fragen, erläutert das triale Ausbildungssystem der Bahn aus Berufsschule, Praxis und Trainingszentrum. 20 Minuten dauert das Gespräch, das auf die Schülerin authentisch wirkt. Am Ende gibt es gute Tipps für Bewerbungen. Ein Praktikum wäre durchaus drin. Zwei Tage dauerte der Bewerber-Rundlauf, für die Firmen teils ein Gesprächsmarathon. Bei der abschließenden Manöverkritik im Schülercafé zeigten sich Rektorat und Firmenvertreter zufrieden. „Ich hatte fünf Gespräche und konnte vier Praktika zusagen“, freut sich Michael Seifert, Spinner Werkzeugmaschinenfabrik aus Sauerlach. „Wenn ich einen Vertrag dabei gehabt hätte, hätte Christian (Name geändert) sofort unterschreiben können“, lobte Andreas Wolf, Bauer Elektroanlagen Süd GmbH, einen Schüler. „Bei ihm steht auch das Elternhaus dahinter“, weiß Rektorin Kurpas.

Etwa 90 Prozent der Jugendlichen haben Migrationshintergrund, nicht immer können die Eltern helfen. „Der Schwerpunkt des Bewerber-Rundlaufs ist deshalb das Üben. Wenn Praktikums- oder gar Ausbildungsplätze dabei herauskommen, ist dies ein sehr positiver Nebeneffekt“, betont Astrid Ziegler von der Schulsozialarbeit. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin Fiechtner hat sie die Schüler auf dem Weg bis zum Bewerbungsgespräch begleitet. „Heuer ist es das erste Mal gewesen, dass die Firmen den Bewerber-Rundlauf nicht nur als Schüler-Training, sondern als reale Möglichkeit sehen, Auszubildende zu gewinnen“, stellt Nikola Kurpas erfreut fest. Ein Trend, der sich zunehmend etabliert. Bereits im Vorjahr erhielten 23 Schüler einen Praktikumsplatz, fünf gar einen Ausbildungsvertrag. Auch heuer kündigen sich Erfolge an. Eine lohnende Veranstaltung für alle Beteiligten.

Diese Firmen machten mit:

Bauer Elektroanlagen Süd GmbH, München; Holiday Inn, Unterhaching; Saturn Electro-Handelsgesellschaft mbH, München; Deutsche Bahn AG, München; Spinner Werkzeugmaschinenfabrik GmbH, Sauerlach; Deutsche Post AG, Weilheim; Agentur für Arbeit, München; Autohaus Riedel GmbH, München; Haare & mehr, Unterhaching; SPIE GmbH, München; Gemeindeverwaltung Taufkirchen; Verein für Jugend-Familienhilfen, Taufkirchen; Hagebaumarkt & Gartencenter, Unterhaching.

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