Verabschiedung

Letztes Konzert des Kirchemusikers in Taufkirchen

Taufkirchen - Die Verabschiedung von Kirchenmusiker Johannes Eppelein in der Jerusalemkirche, der zur Christuskirche nach Neuhausen wechselt, wurde zum Ereignis.

Pfarrer Joachim Rohrbach machte die Verabschiedung zur flammenden Laudatio. Luther habe im Vorwort zum Leipziger Gesangbuch von 1545 geschrieben: „Wer solches (Erlösung von Sünden, Tod und Teufel) mit Ernst glaubt, der kann’s nicht lassen, er muss fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, dass es andere auch hören und herzukommen“. Das Evangelium habe „für Luther selbst Klangqualität, ja eine innere Verwandtschaft mit der Musik“. Von anderen Kirchen unterscheide sich sein Novum darin, dass Singen zur Verkündigung selbst gehört. Auch der Reformator Melanchthon habe gefordert: „Lasst uns den Eifer zum Singen anfeuern.“

 Rohrbach bezog das auf Eppeleins positive Motivation. So habe er auch den Reformationstag von Jahr zu Jahr großartiger gestaltet. „Alle Dimensionen des Lebens haben in seiner Kirchenmusik Ausdruck gefunden: Gotteslob, Klage, Nachdenken, Hoffnung.“ Seine Kirchenmusik sei im Sinne Luthers zum Träger der Botschaft Gottes geworden. Er habe sie den Menschen in der Kantorei, im Vokalensemble und im Bläserkreis nahegebracht. Bei Aufführungen von Weihnachtsoratorium, Gloria und Sommernachtsmusik in ökumenischer Verbundenheit sowie auch beim Orgelspiel. Vom Gemeindegesang fand er zum Motto der Fans des FC Liverpool: „They only win when we sing.“ 

Auch hätten Spielleute Reformationslieder verbreitet. Um 1525 sei das etwa das gewesen, was Twitter und Facebook heute sind. Singende oder musizierende Mitglieder erinnerten sich an die erste Probe: „Gute Stimmung, keine Hektik.“ Ex-Pfarrer Norbert Greim hatte per E-Mail geschrieben: „Jeder Gottesdienst war ein Erlebnis.“ Der Bläserkreis ließ die Herzen höherschlagen bei der „Eröffnung III“ von Traugott Fünfgeld und „Bläserfanfare“ von Werner Petersen. Johann Georg Ebeling weitete den Klangraum aus bei Paul Gerhardts Lied „Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön“ (1666). Der Chor entsprach dem und verwies mit Mendelssohns achtstimmiger Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten“ und dessen „Lobgesang“ der 2. Sinfonie auf den von ihm wiederentdeckten Bach. Zur Abwechslung intonierte Eppelein die Choralbearbeitung „Nun danket alle Gott“ von Michael Schütz. Später sang der Chor Max Bruchs „Gebet“ und, von den Bläsern begleitet, das Abendlied von Vulpius (1609), „Hinunter ist der Sonne Schein“, als stimmungsvollen Ausklang.Arno Preiser

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