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Mit Wiener Charme gesegnet entfaltet Herbert Hanko seinen weich timbrierten Bass-Bariton und wird von Claus Blank begleitet.

40-jähriges Bestehen

Musik übertrifft die Zauberei

Taufkirchen - Die Musikschule Taufkirchen ist mit dem Umfeld vielfältig vernetzt. Beim Konzert zum 40-jährigen Bestehen ermöglichte das im Kulturzentrum ein üppiges Programm.

Dass das Motto („Zu jung, um alt zu sein – wer rastet der rostet, unsere musizierenden Senioren nicht!“) stimmt, erlebten die Besucher an den Tischen mit Bewirtung. Schulleiter Claus Blank zitierte die Geschichte des Zauberlehrlings Harry Potter. Da heißt es irgendwo, Musik übertreffe sogar die Zauberei. 

Zu den Mitwirkenden gehörte die Sängerrunde der Münchner Metzgerinnung, zu dessen Gründer (1922) eine Verbindung bestand. Als einzige Zunft (neben der Bäckerinnung) verfügt sie über einen Männerchor, mit dem Eric Fergusson intonierte: „Froh soll unser Lied erklingen“, endend mit „Ihr sollt willkommen sein!“ Damit sollte auch und gerade der Nachwuchs angesprochen werden – geprobt wird montags um 18 Uhr im Schlachthof. Den kräftigen Stimmen bei bairischen Liedern zu lauschen, war eine Wonne. So konnte man dem Innungslied zustimmen: „Jeder, der noch hat Vernunft, lobet mir die Metzgerzunft.“ 

Seit Musikschulgründung gibt es den Kammermusikkreis Taufkirchen, ein stattliches Streicher-Ensemble, das allerdings an diesem Tag nicht vollzählig war. Musikschulleiter Blank vertrat den Kontrabassisten. Und alles war wunderbar anzuhören. Spielfreudig schlossen die Senioren anmutigen Kontratänzen Mozarts Stücke wie die melodiöse “Elisabethan Serenade“ an. Fünf Musikerinnen spielten mit den Klangfarben von Blockflöten und erzeugten die altertümliche Harmonik von Tänzen aus Valentin Hausmanns „Venusgarten“ (um 1600). Renate Raab und Gerda Pick (Blockflöte) sowie Birgit Rosner (Klavier) brachten das Affettuoso und das Allegro der „Sonate“ C-Dur von Johann Joachim Quantz kontrastreich zur Wirkung, wie es schon dem Alten Fritz gefiel. 

Ein guter Bekannter der Musikschule ist der Engländer Phil Stead, Mitglied mehrerer hiesiger Chöre. Bei Seemanns- und Arbeits-Liedern aus Liverpool begleitete er sich an der Gitarre. Erfrischend wirkten die Songs, ansprechend war das wie die Einlage des Chors der Nachbarschaftshilfe mit einer Volkslied- und Schlager-Auslese. Das Publikum sang kräftig mit. 

Mit von der Partie waren prominente Künstler wie Herbert Hanko. Mit dem Charme des in der Donaumetropole Geborenen entfaltete er seinen weich timbrierten Bassbariton, von Claus Blank am Klavier begleitet, bei Wiener Chansons wie dem Fiakerlied oder „Drunt in der Lobau“.

 An die Seine entführte Mundharmonika-Virtuose Reitinger das Publikum, das „Ein Amerikaner in Paris“ betörte. Die Blaskapelle Taufkirchen bewährte sich bei Genres wie „Little Brown Jug“ und „Deutschmeister Regimentsmarsch“. An der Zither fand Eugen Friedl zur Heimat zurück, die das „Blechbläser-Quintett der Krinoline“ zuvor zünftig feierte. Der Dreigesang St. Johannes ließ das Konzert bairisch ausklingen, womit sich der Kreis schloss.Arno Preiser

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