Grundschule am Wald

Neubau oder Sanierung: Eine Frage des Geldes

Taufkirchen - „Wir brauchen für unsere Kinder und Lehrer ein gut überlegtes, neues Haus“, fordert Betty Pauker, Rektorin der Grundschule am Wald in Taufkirchen. Vor allem für die Sicherheit der Kinder wird die Schule das nächste große Projekt der Gemeinde. Denn der Brandschutz ist nicht ausreichend gewährleistet. Auch die Frage nach einer Sanierung oder einem Neubau der Schule ist noch offen.

Ende November vergangenen Jahres erteilte das zuständige Bauamt eine Baugenehmigung, die einer Sanierung der Grundschule nicht im Weg steht. Aber auch eine mögliche Verlegung der Grundschule an einen neuen Standort, und somit ein Neubau der Grundschule ist noch nicht ganz vom Tisch. Denn im Zuge der Sanierungen soll die Schule auch modernisiert, ein barrierefreier Zugang ermöglicht und das Gebäude erweitert werden, eventuell auch neue Räume für die VHS und die Musikschule unter dem Dach der Schule geschaffen werden. Die Planungen sind aber gerade noch am Anfang, und auch die Gemeinderäte sind sich noch uneinig, ob Sanierung oder Neubau die beste Option ist. Alfred Widmann (SPD) erklärte: „Ich bin skeptisch, die Schule zu sanieren und noch mehr Geld in ein altes Gebäude zu stecken.“ Auf der anderen Seite, wurden in den vergangenen Jahren einige andere Renovierungsarbeiten, wie eine neue Fassade und ein neues Dach, vorgenommen, weswegen die Schule auch längerfristig betrieben werden könnte, hießt es seitens der Verwaltung.

Betty Pauker erhofft sich von der Entscheidung etwas mehr. „Wir bräuchten Räumlichkeiten auch als dritten Pädagogen, ähnlich wie es für die neue Realschule verwirklicht wurde“, forderte Pauker. Weiter erklärte sie, dass sie Realität im Schulhaus etwas anders aussehe, als geschildert. „Im wesentlichen sind unsere Klassenzimmer durch Dämmmaterial getrennt. Man hört es krabbeln in den Wänden. Wir sind eine Modellschule, und es ist ein peinliches Gefühl, wenn der Kammerjäger die Rattenfallen ausleeren muss“, sagte die Rektorin.

Über 410 Kinder besuchen derzeit die Schule und in den nächsten fünf Jahren wird Einrichtung die bisherigen 20 Klassen auf 24 bis 25 Klassen aufstocken müssen. Bereits jetzt stießen die Räumlichkeiten an ihre Grenzen, betont Pauker. „Außerdem fehlen uns Fachräume und Möglichkeiten für Inklusion.“ Vor allem kritisiert sie, dass im Laufe der Planungen in den vergangenen Jahren zu wenig mit der Schulfamilie gesprochen wurde und das gewünschte Lernkonzept nicht aufgenommen wurde. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) stimmte ihr zu. „Mit der Schule gehört mehr gesprochen.“

Herbert Heigl von der CSU sieht es als „eine große Kunst, wie wir das alles unter einen Hut kriegen. Wir haben ja nicht einmal die sieben Millionen Euro für die Sanierung“. Hier bezieht er sich auf die im Gemeinderat vorgelegten ersten Kostenschätzungen. Alleine für die Brandschutzsanierung und Modernisierung belaufen sich die Kosten nach einer Schätzung des Bauamtes und des planenden Architekten auf ca. 2,2 Millionen Euro. Falls sich die Gemeinde auch für eine Gebäudeerweiterung entscheidet, kommen je nach Variante und Größe des Anbaus nochmals zwischen 2.7 und 4,8 Millionen Euro dazu. Den maximalen Sanierungs- und Erweiterungskosten von sieben Millionen Euro stehen Ausgaben von 25 Millionen Euro für einen Abriss und Neubau der Grundschule entgegen. „Ich denke an eine Schule, die zukunftsfähig ist, nicht nur betriebsfähig“, betonte die Schulleiterin.

Ob die Gemeinde nun die Grundschule am Wald saniert oder einen Neubau bewilligt, entscheiden die Gemeinderäte voraussichtlich in der Gemeinderatssitzung im März.

Isabella Lauber

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