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Bürgerversammlung Taufkirchen

Tempolimit auf der A 995 auf dem Prüfstand

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Taufkirchen - Beim Thema Autobahnlärm wurde es laut auf der ansonsten sehr ruhigen Bürgerversammlung in Taufkirchen. „Ein Tempolimit tagsüber stadtauswärts wird nicht kommen“, teilte Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) den rund 180 Zuhörern mit. Vielmehr sei zu befürchten, dass Innenminister Joachim Herrmann auch das derzeit geltende Tempolimit von tagsüber 120 km/h stadteinwärts kippt.

Freunde werden die Anwohner der Autobahn A 995 in Taufkirchen und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wohl nicht mehr. Seit Jahren kämpfen die Gemeinde und ein inzwischen aufgelöster Lärmschutzverein um eine Geschwindigkeitsreduzierung. Im Sommer hatte die SPD einen neuen Vorstoß gewagt und gemeinsam mit den Grünen eine Demo organisiert, die ursprünglich auf der Autobahn stattfinden sollte (wir berichteten). Zudem verpflichtete der Gemeinderat Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei), beim Innenministerium für ein Tempolimit stadtauswärts und zwei Blitzeranlagen beidseitig der A 995 zu werben. Doch kommen wird nichts. „Weder das Innenministerium noch die Polizei sehen eine Notwendigkeit hierfür“, teilte Sander auf der Bürgerversammlung mit. Sogar das Tempolimit stadteinwärts stehe derzeit auf dem Prüfstand. Genauere Informationen soll es auf der Gemeinderats-Sitzung am 24. November geben.

„Herr Herrmann kann gerne einmal bei mir übernachten!“, kommentierte Monika Resch den aktuellen Stand in der anschließenden Bürgerfragestunde. „Ab 6 Uhr früh geben Motorräder und PS-starke Pkw auf der noch leeren Autobahn richtig Gas.“ Diese Belästigung „einfach wegzuwischen“, bezeichnete die Taufkirchnerin als empörend. „Echte Gemeinsamkeit in Sachen Lärmschutz“ vermisste hingegen Regina Wolf-Berleb. Sie kritisierte, dass Sander der Lärm-Demo im Sommer ferngeblieben war.

Viel Lob an den Bürgermeister verteilte derweil Otto Bußjäger (FW), der als stellvertretender Landrat das Grußwort sprach. „Taufkirchen ist eine schöne Gemeinde, Taufkirchen ist auf dem richtigen Weg“, sagte Bußjäger und mahnte „gerade an diesem Tag“ (Tag des US-Wahlsieg Donald Trumps, Anm.d.Red.) – echte Solidarität an. „Wir müssen unheimlich aufpassen, dass niemand auf der Strecke bleibt.“

Als Vorbild in der Gemeinde Taufkirchen nannte Bußjäger die Schaffung von sozialem Wohnraum am Riegerweg, der „für Taufkirchner Bürger zur Verfügung gestellt werden soll“, wie Sander betonte. Der Bürgermeister hatte die Entwicklungen der Gemeinde zuvor in einem reich bebilderten Vortrag vorgestellt und dabei auch die vielen Ehrenamtlichen in der Gemeinde sowie Rathausmitarbeiter und Projektverantwortliche für ihr Engagement gelobt.

Als „Meilensteine“ nannte Sander den Friedhofsumbau („hier ist ein Schmuckstück entstanden“) und den Ankauf von Gemeindeanteilen an der Gewofag. Damit hat die Gemeinde nun ein Belegungsrecht für 150 der insgesamt 1800 Sozialwohnungen in Taufkirchen am Wald. „Die meisten Rückmeldungen“, so Sander weiter, habe er zum neu asphaltierten Köglweg vor dem Rathaus erhalten. „Tenor: Endlich ist die Ruckelpiste weg.“ Und einen Extra-Applaus auf der Bürgerversammlung gab es für die vom Umweltamt zum Blühen gebrachten Grünflächen.

Zu den Finanzen sagte Sander nichts, was ein Bürger, ganz zum Schluss der Veranstaltung, höflich kritisierte. Unter „Ausblick 2017“ nannte Sander den Umzug der gemeindlichen Sozialverwaltung in die barrierefreie Hausmeisterwohnung, die derzeit umgebaut wird, und die Erweiterung des gastronomischen Angebots. Der Köglwirt wird neu verpachtet, und auf dem Gelände der „Alten Brennerei“ (Tölzer Straße) wird das „Café Brandwerk“ mit Sitzgelegenheiten innen und außen eröffnen.

Behaglich blieb die Stimmung auch bei den Bürgeranfragen. Egon Braun hatte schriftlich zur Verlängerung des Radweges an der Tegernseer Landstraße nachgefragt (Sander: „Hier sind wir in Gesprächen mit der Eigentümergemeinschaft“), eine Dame wünschte sich eine neue Abfallbox für Hundkot am Feldweg beim Lindenschusterweg („bereits beauftragt“). Der einzige Antrag an den Gemeinderat kam von Wolfgang Stelz. Er forderte: „Keine Verlängerung des Riegerwegs bis zur Dorfstraße.“

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