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Mittagsbetreuung

Welt und fremde Kulturen erkundet

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Taufkirchen - Wer eine Reise tut, der kann etwas erzählen. Nicht nur per Auto oder Zug, auch mit Hilfe der Fantasie lassen sich ferne Länder trefflich erkunden. Das haben 40 Kinder der Mittagsbetreuung an der Grundschule Am Wald getan. Was sie erlebten, haben sie gefilmt und jetzt in der Schulaula gezeigt.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Amateur Theater gefördert. „Wir haben seit Oktober fünf Kontinente bereist und für die jeweiligen Länder passende Tänze, Gesangsstücke oder Geschichten erarbeitet“, erzählt dazu Erika Blaschke, Theaterpädagogin und Leiterin des Projekts. 40 Buben und Mädchen machten mit, angeleitet von sechs Lehrkräften des Vereins TheaterSpielKunst. 

Jedes ausgesuchte Land wurde in einem kleinen Video präsentiert. Möglich machte das Projekt die Kooperation von Nachbarschaftshilfe, Grundschule und Theaterverein. „Seit 2011 bieten wir für die Kinder unserer Mittagsbetreuung schon Theaterspiel an“, erzählt Andrea Schatz, Geschäftsführung Nachbarschaftshilfe Taufkirchen. Geschwister, Eltern und Lehrer waren in die Aula gekommen und sahen vergnügt zu, wie die Buben und Mädchen vor der Kamera agierten. Es wurde gekichert und geklatscht. Auf einer gemalten Landkarte waren die Stationen der Reise markiert. Die Türkei repräsentierten elf Mädchen, die sich in einem einstudierten Bauchtanz versuchten. „Die magischen Geschenke“ lautete der Titel eines algerischen Märchens. Eine besonders große Gruppe von Darstellern tanzte zu Michael Jacksons Hits in Amerika. Es ging nach Japan, China und sogar Australien. Gesungen wurde in der jeweiligen Landessprache, die Sängerin und Musikpädagogin Dina Regniet unterstützte die Kinder mit. „Die Schüler haben dabei auf spielerische Weise sehr viel gelernt“, erzählt Andrea Schatz. 

Es ging nicht nur soziale Aspekte, sondern auch darum, mit fremden Sprachen und Kulturen umzugehen. Zwischen 70 und 80 Prozent der Kinder an der Schule Am Wald hätten Migrationshintergrund, sagt die Geschäftsführerin. Einige von ihnen seien noch nie in einem Theater gewesen. So gehörte auch der Besuch einer Theateraufführung und der Staats-Oper zum Projekt. „Allen hat es großen Spaß bereitet, deshalb wollen wir es auch im nächsten Schuljahr in der Mittagsbetreuung anbieten“, erzählt Erika Blaschke. Der Titel steht schon fest: „Geschichten des Orients“ wird es heißen. „Die Idee dazu entstanden während der Proben beinah nebenbei, so viele Einfälle kamen von den jungen Teilnehmern“, lacht die Leiterin. 

Blaschke studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Theaterwissenschaften. Filmdramaturgie und Theaterpädagogik liegen ihr besonders am Herzen. Gerade die Arbeit mit Kindern bereitet ihr Freude. „Die Schüler haben jetzt gute Grundkenntnisse erlangt, im nächsten Jahr versuchen wir dann gemeinsam ein ganzes Theaterstück und nicht mehr einzelne Sequenzen“. Insgesamt 33 Doppelstunden intensiver Projektarbeit liegen hinter den Schülern. Erika Blaschke ist zufrieden. „Viele Kinder sind einfach selbstsicherer geworden“, erzählt die Pädagogin. Insbesondere ein Mädchen sei ihr aufgefallen, das während des Theaterprojekts geradezu aufgeblüht sei. „Am Anfang hatte sie sich kaum zu sprechen getraut“, sagt die Projektleiterin. Neben all dem Wissen, dass sich die Kinder nebenbei aneignen konnten, hatte eines eine große Bedeutung: „Das Wichtigste ist natürlich auch der Spaßfaktor“, sagt Erika Blaschke.

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