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Taufkirchen will Bürger auf Streife schicken

Taufkirchen - Die Gemeinde Taufkirchen will Ehrenamtliche „auf Streife“ schicken und so die gefühlte Sicherheit im Ort erhöhen.

Nach einer kontroversen Diskussion beschloss der Gemeinderat Taufkirchen, sich um die Einführung eine Sicherheitswacht zu bewerben. Geht der Antrag beim Innenministerium durch, würden sich bald ehrenamtliche Bürger an bekannten Problemgebieten wie am Bahnhof und im Ortsteil „Am Wald“ aufhalten. Dort sollen sie ein waches Auge haben, als Ansprechpartner vor Ort sein, notfalls die Personalien aufnehmen und per Funk die Polizei alarmieren. Der Antrag für die Einführung der Wacht kam von der ILT-Fraktion, aber auch bei der jüngsten Bürgerversammlung sprachen sich eine große Mehrheit der Bürger dafür aus, dass der Gemeinderat sich dem Thema Sicherheitswacht behandeln soll.

Ob Taufkirchen die Bürger „auf Streife“ aber wirklich nötig hat, war im Gemeinderat umstritten. „Ich sehe den Bedarf nicht. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass dadurch die Kriminalitätsrate sinkt“, kritisierte Michael Lilienthal (UWT). Gabriele Zaglauer-Swoboda (Grüne) denkt sogar, dass die Einführung einer Sicherheitswacht kontraproduktiv ist: „Ich glaube, das wird dazu führen, dass die Bürger sich selbst nicht mehr einmischen, weil sie sich auf die Sicherheitswacht verlassen.“ Und als Mitglied der Grünen sei sie ohnehin prinzipiell dagegen, „Aufgaben, die der Staat übernehmen soll, auf Bürger zu verlagern.“

Bürgermeister Jörg Pötke (ILT) dagegen ist der Meinung, dass eine Sicherheitswacht-Truppe ein wertvolles Bindeglied zwischen Polizei und Gesellschaft wäre. „Die Polizei hat gar keine Zeit dafür, im Ort ansprechbar zu sein, weil sie mit wichtigeren Dingen beschäftigt ist“, sagte er. Auch Angelika Steidle (CSU) warb für Ehrenamtliche, die auf Streife gehen: „Die gefühlte Sicherheit würde steigen, und das ist für viele Bürger sehr wichtig.“

Schließlich sprachen sich neun Gemeinderäte gegen, elf aber für die Bewerbung um eine Sicherheitswacht aus. Nun wird das Polizeipräsidium München entscheiden, ob in Taufkirchen eine Sicherheitswacht eingeführt wird, so wie es die Gemeinderat wünscht. Die Ehrenamtlichen - die unter 60 sein und eine weiße Weste haben müssen - würden dann eine Schulung von der Polizei und 7,16 Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde erhalten. „Wir müssen sehen, ob wir überhaupt Bürger finden, die ehrenamtlich ,auf Streife‘ gehen wollen“, gab Pötke aber zu Bedenken.

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