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Kulturchef Michael Blume in der frisch gestylten Solo-Garderobe.

Neue Kultursaison

Wohlfühlen vor, hinter und auf der Bühne

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Taufkirchen - Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Innerhalb von drei Wochen, noch vor der Aufführung des Musicals Hair, sollten die Garderoben im Taufkirchner Kulturzentrum bezugsfertig sein. Geschafft. Auf dem Weg ist auch das Kulturheft für die nächste Saison 2016/17. Hier ein Auszug mit spannenden Highlights.

Die beste Nachricht vorneweg. Der Aboverkauf ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Statt gut 150 sind es jetzt über 200 Abonnenten, die Kulturchef Michael Blume für sein Programm gewonnen hat. Die meisten neu hinzugekommen Abonnenten sind aus Taufkirchen. Wer sich nicht fürs Paket entscheiden konnte, hat im freien Verkauf immer noch eine große Auswahl. Bis auf den Abend mit Kabarettkönigin Martina Schwarzmann, die Anfang Februar unverschämt bewegenden Fragen nachgeht. Zum Beispiel derjenigen, „ob dünne Leit bei einer Schießerei schneller troffn werdn und warum Dicke ned so schnei bsuffa san“. Die Karten sind so gut wie weg.

Um im Kabarettgefilde zu bleiben. Kurz nach Silvester blickt Django Asül in Taufkirchen in den Rückspiegel und wird das Jahr Revue passieren lassen, weshalb sich ein Gutteil seines Programms auch schwer vorhersagen lässt. Jedenfalls hat ihm das Ambiente in Taufkirchen, wo er mit dem eigenen Konterfei im Backstagebereich verewigt wurde, gleich so gut gefallen, dass er schnellstens wiederkommen wollte. Und wer sich in den neuen Garderoben im Wohlfühl- und Wellness-Stil umgesehen hat, die der baulichen Vollendung entgegensehen, kann es nachvollziehen. Knabberzeug, eigener Kühlschrank und Kaffeautomaten sind bei der Ausstattung Pflicht, und die Tapeten tragen den grellen Schick der Großstadt. 

Ein Coup ist dem Eventvirtuosen Blume gelungen, indem er Schauspieler und Tatort-Kommissar Harald Krassnitzer für sein Haus gewinnen konnte und damit einen Mitkonkurrenten aus München aus dem Rennen schlug. Krassnitzer wird das Salzburger Weihnachtssingen im Dezember moderieren. Namen ziehen, Theater im alten Stil leider gar nicht mehr. Diese Erfahrung machte das Kulturzentrum spätestes mit der Othello-Inszenierung in der vergangenen Saison. Auch das beste Ensemble nützt nichts, wenn nur 15 bis 20 Zuschauer im Parkett sitzen. Erfindungsreichtum ist gefragt, wo der klassische Kanon höchstens noch im Volks- der Residenztheater zieht. Also müssen es die Komödien richten. Das Chiemgauer Volkstheater zum Beispiel mit „Mei bester Freind“ Anfang Oktober, in dem ein Hypochonder denkt, sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Moliere lässt grüßen. Das Gelingen von Integration stellt die Komödie „Die Deutsche Ayse“ Ende Mai nächstens Jahres vor. Ein szenischer Beitrag zur intensiv geführten Debatte. 

Ein Cross-Over-Experiment hat Christoph Hagel gewagt. Vor zwei Jahren stemmte er in Taufkirchen die Johannespassion, diesmal (im Dezember) verknüpft er Mozart mit Breakdance. „Breakin Mozart“ scheint wunderbar zu funktionieren. Einen Versuch ist es allemal Wert. Das neue Programmheft, das in einer Auflage von 30 000 Stück erscheint, kostet die Taufkirchner übrigens gar nichts. Es wird komplett über Anzeigen finanziert. 

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