Gewerbeansiedlungen in Taufkirchen

Die Zeit drängt

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Taufkirchen  - Mindestens zwei Taufkirchner Unternehmen warten auf einen neuen Standort in der Gemeinde. Doch die Planungen zum neuen Gewerbegebiet an der Tegernseer Landstraße ziehen sich. Nun haben die Freien Wähler eine Alternative aufgetan: Per Antrag fordern sie, das vorhandene Gewerbegebiet an der Tölzer Straße zu nutzen.

Die Gemeinde Taufkirchen hat ein Problem. Sie möchte – wie alle Kommunen – Gewerbe ansiedeln oder am Ort halten. Allein: Es fehlt der Platz. Viele Flächen gehören privaten Eigentümern. Die Verhandlungen ziehen sich teilweise über Jahre hin. Nun aber scheint am vorhandenen Gewerbegebiet an der Tölzer Straße, ebenfalls in privater Hand, Bewegung in die Sache zu kommen. Wie die Freien Wähler erfahren haben wollen, ist der Zeitpunkt günstig, mit den Eigentümern Gespräche aufzunehmen. Um keine Zeit zu verlieren, stellten die FW in der Juni-Sitzung des Gemeinderats den Antrag, dass die Verwaltung unter Federführung von Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) unverzüglich Kontakt mit den Grundstückseigentümern aufnehmen soll. Der Vorteil laut FW: Sollte eine schnelle Einigung möglich sein, könnten zwei Unternehmen am Ort, die schon länger auf einen neuen Standort hoffen, namentlich ein Baustoffgroßhandel und ein Fachgeschäft für Fußböden und Esstrich-Bau, direkt auf dieses Areal umziehen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 

Das Kalkül der Freien Wähler: Mit der Nutzung des bereits vorhandenen Gewerbegebiets an der Tölzer Straße könnte sich die Gemeinde zugleich Luft verschaffen bei der Überplanung der Tegernseer Landstraße (Gewerbegebiet „Tela“). Laut Mehrheitsbeschluss von Januar 2015 soll auf dem 12 000 Quadratmeter großen Gebiet, das der Gemeinde Taufkirchen gehört, ein neues Gewerbegebiet entstehen (wir berichteten). 

Mit der Umsetzung dieses Vorhabens allerdings tut sich der Gemeinderat schwer. Allein vom Grundsatzbeschluss bis zur notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans ist über ein Jahr verstrichen. Letzteres hat der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung mit 16:9-Stimmen beschlossen. Noch im Frühjahr hatte die ILT zum Protest gegen das Vorhaben aufgerufen. Wie berichtet, befürchtet die Initiative „wesentliche Nachteile für die Anwohner“. Und Gabriele Zaglauer-Swoboda (Grüne) erinnerte in der Mai-Sitzung noch einmal daran, „dass die Grünen diesem Gewerbegebiet nur unter großen Bauchschmerzen überhaupt zugestimmt haben“. Als gewichtiges Argument „Pro Tela“ war immer wieder der mögliche Umzug von zwei ortsansässigen Betrieben angeführt worden. Mit der Flächennutzungsplanänderung an der Tegernseer Landstraße wolle man diesen „Unternehmen ein Signal geben“, hatte Zweiter Bürgermeister Alfred Widmann (SPD) in der Mai-Sitzung argumentiert. 

Den Freien Wählern geht die Entwicklung jedoch nicht schnell genug. Sie wollen mit ihrem Antrag das „bereits vorhandene Gewerbegebiet an der Tölzer Straße nun sogar vorrangig vor dem geplanten Gewerbegebiet an der Tegernseer Landstraße“ behandelt wissen. Gegen diesen Zusatz hatte Bürgermeister Sander in der jüngsten Gemeinderatssitzung zunächst seine Bedenken geäußert – „man kann beide Verfahren doch parallel laufen lassen“ –, schließlich aber doch dem kompletten Antrag zugestimmt. Unternehmen wartet seit 2014 auf Umzug Für besagte Betriebe wäre ein zügiges Verfahren sicherlich erfreulich. „Wir suchen seit 2014 einen neuen Standort in Taufkirchen“, teilte der Geschäftsführer eines der betroffenen Unternehmen auf Anfrage des Münchner Merkur mit. Verkehrstechnisch seien beide Standorte ideal, die „Tela“ ebenso wie die Tölzer Straße. Fazit: „Wir stehen auf Stand-by und warten auf Entscheidungen.“

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