Tauziehen um Zukunft der Kreiskliniken

- Landkreis (an) - Seit den zahllosen Sparbeschlüssen scheinen im Landratsamt München die Lichter ausgegangen. Kaum noch öffentliche Sitzungen. Informationen dringen höchst spärlich nach draußen. Kreisrat Helmut Helmut Englmann (CSU), Bürgermeister von Aschheim, macht die dem Kreis aufgezwungene Sparpolitik dafür verantwortlich. Aufgrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation sei der Kreis gezwungen, "viele seiner angestammten Aufgaben den Kommunen zu übertragen". In der Folge böte es sich natürlich an, die Zahl der Sitzungen deutlich zu reduzieren, da ja ohnehin weniger zu entscheiden sei. "So spart der Kreis auch auf diese Weise."<BR>

Zum Unmut der ihm unterstellten Gemeinden und Städte, wie Englmann erst gar nicht zu verhehlen sucht. Angesprochen auf die gestiegene Kostenlast, verzieht Aschheims Bürgermeister nur säuerlich die Miene. Eine konkrete Zahl nennt er nicht.<P>Was die Entscheidung bezüglich der Kreiskliniken München Perlach und Pasing betrifft, hofft Englmann auf den kommenden Monat. "Im Juli könnte ein Ergebnis des Wirtschaftsprüfers vorliegen, der die Angebote derzeit miteinander vergleicht." Allerdings geht er davon aus, dass die Diskussion zunächst hinter verschlossenen Türen im Kreisausschuss geführt werde. Er rechne mit heftigen Auseinandersetzungen.<P>Das Problem ist, die finanziell möglicherweise lukrativen Angebote der fünf privaten Klinikbetreiber mit dem der kommunalen Krankenhaus GmbH zu vergleichen. Während die Privaten der Kreiskasse Gutes tun würden, verlangt die Krankenhaus GmbH vom Kreis, sämtliche Altlasten zu tilgen, ehe sie bereit wäre, die Kliniken zu übernehmen. Von einem akzeptablen Kaufpreis kann wohl überhaupt nicht die Rede sein. Vermutlich handelt es sich um den in solchen Fällen üblichen symbolischen einen Euro.<P>Im Gegenzug garantiert die Krankenhaus GmbH sämtlichen Mitarbeitern deren Jobs. Ließe der Kreis derartige Überlegungen außen vor, könnte dies zu erheblichen Auseinandersetzungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften führen. Englmann vermutet daher, dass Landrat Heiner Janik darauf drängen wird, die Jobs auch von den Privaten vertraglich festschreiben zu lassen. Mit diesem Pfund wuchert bislang nur die Krankenhaus GmbH, die ihren Vorteil damit verloren hätte. Englmann: "In diesem Fall hätten die Privaten die Nase vorn."<P>

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