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Telekom baut Starkstrommast am Deininger Weiher

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Ein Idyll: Der Deininger Weiher. © Michel

Straßlach-Dingharting – Die Telekom baut an der Gleißentalstraße nahe dem Deininger Weiher einen 40 Meter hohen Starkstrommasten. Der Gemeinderat hat dem zugestimmt. Der Standort seie für die Bevölkerung eine gute Lösung, wenn nicht sogar die beste.

Bei der jüngsten Sitzung des Straßlacher Gemeinderates klärte Fachmann Thomas Gritsch das Gremium sowie interessierte Bürger über wichtige Eckpunkte auf. Nun steht fest: Der neu zu bauende Mast mit 40 Meter Höhe wird doch an dem geplanten Grundstück an der Gleißentalstraße nahe dem Deininger Weiher errichtet. Im Jahr 2018 ist die Inbetriebnahme geplant, dann wenn der alte Starkstrommast in Dingharting nicht mehr zur Mobilfunkversorgung genutzt wird.

Noch vor einigen Monaten missfiel den Gemeinderäten die Idee, nahe dem Landschaftsschutzgebiet um den Weiher einen Funkturm bauen zu lassen. Das Gremium verweigerte zunächst im März das Einvernehmen und überlegte sich während der vergangenen Monate nächste Schritte. Vor allem die in der Nähe ansässigen Bürger sorgten sich über eine hohe Abstrahlung. Gritsch konnte die Anwesenden jedoch zunächst einmal beruhigen. Der Sachverständige der Regierung Oberbayern hatte in der Vergangenheit schon mit zahlreichen Gemeinden, unter anderem auch Oberhaching, zusammen gearbeitet. Er kennt fast jedes Szenario.

 Die Lösung in Straßlach-Dingharting sei die beste, die er seit einiger Zeit gesehen habe, bescheinigte er dem Gremium und fügte an: „Der Mast ist zudem hoch genug, sodass die elektromagnetische Abstrahlung gering ist.“ In der Tat heißt die vereinfachte Faustformel: Je höher der Mast, desto besser für die Bevölkerung. Technische Daten liegen Gritsch zwar noch nicht vor. Jedoch schätzt er, dass bei einem 40 Meter hohen Turm wie in Straßlach-Dingharting vorgesehen, das Maximum der Abstrahlung in einem Abstand von rund 300 Meter zum Mast auftreten werde. Denn die Abstrahlung von den Mobilfunkantennen läuft auf gleicher Höhe horizontal weg. Das heißt: In unmittelbarer Nähe ist kein Effekt messbar. Danach fällt die Abstrahlung mit zunehmenden Abstand exponentiell ab. Für den Standort an der Gleißentalstraße heißt das: Die umliegenden Haushalte nahe des Turmes wären nicht betroffen, der Ortsrand von Großdingharting ebenfalls kaum, da die höchste Abstrahlung genau zwischen diesen Parteien, auf unbewohntem Terrain, liegen würde.

Das gefiel den Gemeinderäten. Bei Ablehnung des Baus auf diesem Grundstück, müsste die Gemeinde Alternativstandorte ausfindig machen, gegebenenfalls einen neuen Flächennutzungsplan für solche Antennenmasten aufstellen. Das wiederum kostet mehrere zehntausend Euro. Ob der neue Standort dann in Bezug auf elektromagnetische Abstrahlung besser wäre, kann nicht gesagt werden.

Auch der Zweite Bürgermeister Peter Schneider (Unabhängige Wählervereinigung) ist sich dessen bewusst. „Bei diesem Thema werden wir wenig gewinnen. Irgendwo muss der Mast ja hin.“ Zudem macht Gritsch eins deutlich: „Die Dorfmitte von Großdingharting können sie sowieso nicht schützen. Diese Vorhaben sind privilegiert. Die Gemeinde hat nicht viel Mitspracherecht. Hohe Masten im Außenbereich sind eher rechtlich angreifbar, als Dachstandorte in Ortsmitte.“ Seiner Ansicht nach habe die Gemeinde bei der Standortauswahl noch Glück gehabt. Die Ortsmitte von Großdingharting sei für Mobilfunkbetreiber sehr attraktiv und wäre als Alternativstandort bestimmt interessant. Die Gemeinde will nun in Zusammenarbeit mit dem Sachverständigen Messungen durchführen lassen. Nicht nur an dem künftigen Standort, sondern auch an bestehenden nicht so hohen Antennenmasten. Auf eine Tatsache macht Gritsch noch aufmerksam: Die durchschnittliche Sendeleistung eines Starkstrommastes beträgt um die drei Volt pro Meter. Die Abstrahlung des WLANs zu Hause beträgt alleine um die sieben Volt pro Meter. Greift man zum Handy bei einem schwachen Signalnetz, sind es schon bis zu 90. 

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