Deutliche Worte: Kreisvorsitzender Gerhard Specht. F.: agm

Temperamentvolle 60Plus-Senioren heizen der Landesvorsitzenden ein

Landkreis - Der Oberhachinger Gerhard Specht ist für weitere zwei Jahre zum Kreisvorsitzenden der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60Plus gewählt.

Vorausgegangen war eine heftige seniorenpolitische Diskussion mit der Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Angelika Graf.

Temperamentvoller als bei den Senioren der SPD München-Land hätte es Graf auch bei keiner Juso-Veranstaltung erleben können. Ob es nun der Unterföhringer Siegfried Weingärtner war, der die „Dummheit und Amtsgeilheit“ der Hessin Andrea Ypsilanti beschimpfte und wütend der SPD miserable Ergebnisse bei der Bundestagswahl prognostizierte. Oder Johannes Resch, der ehemalige 3. Bürgermeister aus Grünwald, der zwar ruhiger, aber ebenso deutlich beklagte, wie unsäglich die Situation vor Ort sei. Da könne man noch so gute Arbeit machen, aber angesichts der SPD-Bundespolitik seit Bundeskanzler Gerhard Schröder gelte doch, dass „der VdK weiter in der Sozial- und Seniorenpolitik ist, als wir“. Auch die SPD-Gesundheitspolitik könne man vergessen.

Der VdK, erwiderte Graf, sei eine Interessenvertretung, „die ganz gezielt Politik für Rentner“ machen könne, die SPD aber sei „für alle Bevölkerungsgruppen tätig“. Das bedeute manchmal schmerzliche Kompromisse. So auch bei der Reform der Krankenversicherung. Sie selbst habe dagegen gestimmt, obwohl es ein Vorschlag der eigenen SPD-Ministerin war: „Das ist nicht leicht.“

Rudi Lukes aus Ismaning beklagte Grafs Vortrag zuvor: „Die Alten haben sich nicht vermehrt. Das ist falsch dargestellt. Die sind schon seit über 60 Jahren auf der Welt.“ Aber weniger junge Beschäftigte gebe es: „Wenn wir uns auch den Luxus leisten, 15 bis 20 Prozent junge Menschen aus dem Arbeitsprozess herauszuhalten, weil wir ihnen ordentliche Bildung verweigern.“ Die Jugend müsse Arbeit haben, wenn sie für das Alter aufkommen solle, unterstützte Johannes Probst aus Oberschleißheim. Der ehemalige Gewerkschaftssekretär Lukes beklagte noch, die unter Schröder begonnene „Erosion des normalen Arbeitsverhaltens“, also die steigende Zahl der geringfügig Beschäftigten.

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