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Flickwerk auf der A 9: Nur provisorisch sind Schäden beseitigt.

Auf der A9

Schlaglöcher: Teurer Flüsterasphalt zerbröselt

München - Kostspieliges Experiment: Die Autobahndirektion Südbayern tauscht nach nur sieben Jahren den Flüsterasphalt auf der A 9 München-Nürnberg aus. Der Belag löst sich auf.

Straßenbauer nennen ihn „Zwopa“, doch auf „Zwopa“ folgt jetzt „Opa“. Der sogenannte „zweilagige offenporige Asphalt“ auf der A 9 zwischen Eching und Garching-Süd (Kreis München) bereitet der Autobahndirektion Südbayern Kopfzerbrechen. Die dezibelmindernde Bitumenschicht, auch Flüsterasphalt genannt, wurde erst 2006 eingebaut. Anwohner klagten damals über den Lärm der nahen Autobahn. Allein mit Schutzwällen und -wänden ließ sich der Lärm nicht reduzieren, sagt der Sprecher der Autobahnbauer, Josef Seebacher. Daher versuchte es die Behörde mit einem neuartigen Flüsterasphalt, der in zwei Lagen aufgebracht wurde – deswegen heißt er „Zwopa“. Er wurde damals erstmalig in Deutschland verwendet.

Ein teurer Versuch, wie sich jetzt herausstellte. Ursprünglich war gedacht worden, dass der Belag bis zu zehn Jahre hält. Doch schon jetzt ist Schluss. Zum Vergleich: Eine Asphaltdecke nach herkömmlicher Bauart, also ohne dezibel-schluckende Wirkung, hält bis zu 20 Jahre. „Wir haben immer gesagt, dass der Belag nicht so belastungsfähig ist“, verteidigt Seebacher seine Behörde. In diesem Sommer soll der Belag in Fahrtrichtung München für 22 Millionen Euro ausgewechselt werden – gegen den sogenannten einlagigen offenporigen Asphalt („Opa“). Die Fahrbahn sei vor allem in den Ein- und Ausfahrten sowie an Beschleunigungsstellen zerbröselt.

So akut ist der Bedarf an Ersatz, dass die Autobahndirektion trotz heftigen Schneetreibens diese Woche eine Asphalt-Baukolonne in Marsch setzte, um die gröbsten Schäden provisorisch zu beseitigen. Das kostet weitere 100.000 Euro. Im Sommer soll dann die eigentliche Sanierung beginnen – ein aufwändiges Unterfangen. Mit der kompletten Sperrung der Autobahn Richtung München an mehreren Wochenenden ist zu rechnen. Die Verschleißdauer der neuen Fahrbahndecke soll diesmal deutlich höher liegen.

Von Dirk Walter

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