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Ein neuer Geist zieht in die alte Brennerei: Statt schnöden Branntweins destillieren die Macher von „The Duke“ dort künftig feinen Gin.

Gin-Produktion

"The Duke" zieht in die Brennerei Aschheim

Aschheim - Die alte Aschheimer Brennerei ist gerettet. Statt schnöden Branntweins wird dort künftig feiner Gin produziert. Von den Machern von "The Duke".

Was mit den historischen, aber auch oft baufälligen ehemaligen Brennereien passieren solle, war in den vergangenen Jahren in vielen Gemeinde ein sehr emotional diskutiertes Thema. Während die Gebäude beispielsweise in Kirchheim oder Gronsdorf abgerissen worden sind, wird in Aschheim der markante Ziegelbau direkt an der Hauptkreuzung in der Gemeinde auch künftig das Ortsbild prägen. Im Frühjahr 2016 wird dort voraussichtlich die Produktion der Münchner Gin-Destillerie „The Duke“ beginnen.

2008 starteten Daniel Schönecker (36) und Maximilian Schauerte (36) mit viel Herzblut das Projekt, ihre Destillerie „The Duke – Munich Dry Gin“. „Wir waren fest entschlossen, das professionell zu tun“, sagt Daniel Schönecker.

Und die beiden Münchner haben vieles richtig gemacht, denn „The Duke machte sich einen Namen und wuchs beachtlich. Heute werden jeden Monat rund 1000 Flaschen abgefüllt.

Hauptzutat bei „The Duke“ sind Wacholderbeeren, die mit insgesamt 13 ausgesuchten Kräutern in dem bio-zertifizierten Betrieb verfeinert werden. Der nach alter Tradition im kupfernen Kessel hergestellte Münchner Gin bekommt seine besondere Heimatnote durch die Zugabe der wichtigen Bier-Zutaten Hopfen und Malz. „Das gibt dem Gin eine schöne Weichheit“, sagt Daniel Schönecker, der auf diese urbayerische Note seines Produktes sehr stolz ist. Produziert werden neben dem Gin noch die weiteren Hauptrichtungen Wodka und Likör.

Aus einer sehr professionell angegangenen Schnapsidee mit einer Hinterhof-Brennerei in der Barer Straße in München wurde in den vergangenen Jahren ein Erfolgsmodell. Daraus entstand das neue Problem, dass die kleine Brennerei im Münchner Zentrum schnell ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatte.

Drei Jahren lang suchten die Inhaber der Brennerei nun schon einen Platz, um sich weiter entwickeln zu können. Erst spät kam die Idee, in eine leer stehende Brennerei einzuziehen. Daniel Schönecker erinnert sich noch gut an den Besuch im Zentrum Aschheims: „Wir haben selten so ein schönes Gebäude gesehen.“

Das nun sanierte Gebäude kann in seiner historischen Form erhalten bleiben bis hin zu den markanten großen Fenstern. Die Arbeiten und Vorbereitungen auf den Umzug der Gin-Destillerie laufen bereits auf Hochtouren. 

Daniel Schönecker und Maximilian Schauerte machen mit ihrem Premiumprodukt nun den nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Für die zukünftige Heimat in Aschheim werden größere Maschinen angeschafft. In der wiederbelebten Brennerei stoßen sie räumlich so schnell nicht wieder an ihre Grenzen und haben dann eine Anlage, die bei der Produktion noch erhebliches Potenzial hat.

Die Gin-Destillerie im Osten des Landkreises München ist ein längerfristig angelegtes Unternehmen. Der Brennerei-Tourismus nach Aschheim wird sich aber in Grenzen halten. Beim Umbau der Destillerie wird auch ein kleiner Lagerverkauf Platz finden, aber keine Gastronomie. Auf Anfragen von Gruppen hin sind aber Führungen durch das Haus möglich. 

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