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In einer Hauptrolle spielt Karl Hörterer (l.), Vorsitzender des Trachtenvereins, den Schreinermeister Bömmerl.

Theaterstück

„Wir sind jedes Mal begeistert“

Großhelfendorf -  Die Theatergruppe der Goldbergler erntet viel Applaus für ihr Stück „Da Himme wart net“.

Zwei Männer mit weiß geschminkten Gesichtern stehen auf der Bühne. Der eine im Pyjama, der andere in Polizeiuniform und mit langer Unterhose. Eine junge Frau kommt hinzu. „Anna, schau moi, wen ma da ham“, sagt der Schlafanzug-Träger. „Die hört Di do ned, Du bist a Geist“, sagt der Polizist. „Ach Schmarrn“, erwidert der Mann mit Schlafgewand. „Anna. Annal“. 

Schreinermeister Bömmerl (Karl Hörterer junior), soeben verstorben, muss aber seine Tochter Anna dringend erreichen – und vor seinem Vetter Froschmeier (Benno Gaßner) und dessen Gattin (Eva Winklmaier) warnen. Die wollen Bömmerls Tochter Anna (Annette nämlich um die drei Millionen Erbe bringen, die Bömmerl kurz vor seinem Tod im Lotto gewonnen hat. Kein Wunder, dass Bömmerl die Erde nicht verlassen und sich vom ebenfalls verstorbenen Polizeibeamten Stelzl, gespielt von Hermann Mayerl junior, in den Himmel befördern lassen will. 

Ein schwieriger letzte Auftrag für den Polizisten, aber „da Himme wart net“. Mit dem Theaterstück von Markus Scheble und Sebastian Kolb feierte die Theatergruppe der Goldbergler Trachtler Premiere. Sie präsentierten dem Publikum eine humorvolle, lustige Geschichte zum Mitfiebern.

 Denn als Geister können Stelzl und Bömmerl nichts unternehmen. Niemand nimmt sie wahr. Fast. Denn Schnapsdrossel Resi Schellnberger (Angeliki Blahopoulou-Seebeck) kann die Geister hören. 

In drei Akten bringt die Theatergruppe die Zuschauer im ausverkauften Fellner Saal mit bayerischen Witzen zum Lachen. „Wir sind jedes Mal begeistert, es wird immer besser “, erzählt Katharina Mayerl, die zusammen mit Christine Feder bei jedem Stück im Publikum sitzt. Und Katharina Grasberger ist stolz auf die Theaterspieler und vor allem ihre Mutter Uschi, die die Haushälterin Finni spielt: „Besonders die letzten vier Jahre sind super. Davor gab’s mal eine Flaute mit wenig Zuschauern, aber jetzt legen sie sich richtig ins Zeug“. 

Theaterleiter und Regisseur Peter Lang weiß, warum der Erfolg zurückkehrt: „Wir haben jetzt eine andere Beleuchtung, professionelle Plakate, unseren Stamm erweitert und das Bühnenbild geändert.“ Für das diesjährige Stück wurde etwa eine Stube mit Vitrine, Tisch und Stühlen eingerichtet. 

Bereits seit 25 Jahren leitet Lang die Theatergruppe des Trachtenvereins. Er sucht die Stücke aus und besetzt die Rollen. „Wenn das Alter und die Charaktere der Figuren nicht passen, nehmen wir das Stück auch nicht“, betont Lang. „Ich will es so besetzen, wie es wirklich ist.“ Lang möchte vom Klischee des Bauerntheaters wegkommen. Er will Stücke mit einer guten Geschichte spielen. „Die Story des Stücks hat mit sehr gefallen, da sie gegensätzlich ist. Sie enthält sowohl das Traurige, aber auch das Lustige“, erklärt der Regisseur seine aktuelle Wahl. 

Bereits zum dritten Mal fiel die auf ein Stück von Scheble und Kolb: „Ich finde sie genial.“ Gespielt wurden bisher nur Komödien – und das soll auch so bleiben: „Das Leben ist schon hart genug“, meint Lang. „Bei unseren Stücken haben die Zuschauer dann mal für zwei, drei Stunden einfach Spaß."

Die Termine: Das Stück „Da Himme wart net“ wird noch einmal am Donnerstag, 28., und Freitag, 29. April, jeweils um 20 Uhr im Fellner-Saal in Großhelfendorf aufgeführt.

Josephin Bruhn

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