Theresa Müller (74) - stiller Engel des Alltags

- Goldene Ehrennadel für aufopferungsvolle Pflegearbeit

Haar (erl) - Der Applaus wollte gar nicht mehr abreißen, als die ältere Dame im schwarzen Hosenanzug die wenigen Stufen zu Bürgermeister Helmut Dworzak (SPD) emporstieg. Einstimmig hatte der Haarer Gemeinderat beschlossen, in diesem Jahr die goldene Ehrennadel der Gemeinde einem "Stillen Engel des Alltags" zu verleihen. Und das Publikum gestern beim Neujahrsempfang der Pfarreien und der Gemeinde stimmte mit der Wahl von Theresa Müller ganz offensichtlich komplett überein. Theresa Müller pflegt nicht nur aufopferungsvoll ihren eigenen Mann, sondern kümmert sich als gelernte Krankenschwester auch um pflegebedürftige Nachbarn.

"Wir wären auf Frau Müller gar nicht gekommen, wenn nicht ihre Nachbarin Johanna Knüpfer im Rathaus nachgefragt hätte, ob nicht auch solche Menschen eine Ehrung bekommen könnten", erklärte Dworzak. Die 74-jährige Theresa Müller lebt seit 1952 mit ihrer Familie in Haar. Nun, da die eigenen Kinder längst aus dem Haus sind, hat sie sich aber nicht in ein geruhsames Rentnerdasein zurückgezogen. "Sie geht mit offenen Augen durchs Leben und kümmert sich - ganz entgegen der viel beschriebenen sozialen Kälte, die in unserer Gesellschaft vorherrscht", freut sich der Bürgermeister.

Therese Müller setzt da an, wo der medizinischen Pflege Grenzen gesetzt sind: Sie versorgt bei kranken Nachbarn Haus und Garten, erledigt Einkäufe und ist auch für tröstende Gespräche immer bereit. Dabei handelt sie nach dem Leitsatz, den sie von ihrer eigenen Mutter übernommen hat: "Jeder der Hilfe braucht bekommt sie." Das große öffentliche Lob schien der rüstigen Dame eher unangenehm: Allzu lange wollte sie nicht im Rampenlicht auf der Bühne verweilen - ihr Platz ist bei ihren Schützlingen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unbekannte Tote in Isarkanal entdeckt: Polizei bittet um Hinweise - Achtung, verstörende Fotos
Unbekannte Tote in Isarkanal entdeckt: Polizei bittet um Hinweise - Achtung, verstörende Fotos
Coronavirus im Landkreis München: 30 neue Infektionen - Weitere Schulen betroffen
Coronavirus im Landkreis München: 30 neue Infektionen - Weitere Schulen betroffen

Kommentare