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Wer setzt diese Langhaarkatzen aus?

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Ottobrunn - Diesen Katzen geht's elend. Im Münchner Tierheim in Riem sind seit dem 10. Mai drei langhaarige Miezen abgegeben worden. Die Tierschutzinspektorin hat eine Züchterin im Verdacht.

Allesamt wurden die Katzen in Ottobrunn und im Umkreis von wenigen Hundert Metern gefunden. Allesamt sind in miserablem Zustand. „Eine Katze konnten wir nicht mehr retten, sie musste eingeschläfert werden“, berichtet Tierheim-Sprecherin Judith Brettmeister. Aus falsch verstandener Tierliebe hatten Anwohner versucht das Tier daheim aufzupäppeln - sein Todesurteil. „Wer ein Tier findet, muss es unverzüglich im Tierheim abgeben - egal in welchem Zustand es ist. Das schreibt schon das Fundrecht vor“, sagt Brettmeister.

Die Mitarbeiter des Tierheims sind alarmiert. Sie fragen sich: Wer hat diese armen Tiere ausgesetzt? Und wie kann man verhindern, dass es anderen genauso ergeht? Denn, so Brettmeister: „Wir vermuten, dass da jemand versucht, Langhaar-Katzen zu züchten, aber mit den Tieren nicht zurechtkommt. Und dann setzt er sie einfach aus.“ Das Tierheim hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung (Tel. 921 000 22).

Einen Verdacht hat Brettmeister schon - die zuständige Tierschutzinspektorin wird einer Ottobrunner Züchterin deshalb einen Besuch abstatten. Wann das sein wird, können die Tierheimmitarbeiter nicht sagen: Gerade in der Ferienzeit ist die Tierschutzinspektorin im Dauereinsatz, ausgesetzte Tiere sind an der Tagesordnung. „Wir werden der Vermutung so schnell wie möglich nachgehen“, verspricht Brettmeister. Sollte aus der Vermutung eine Tatsache werden, könnte man weiteres tierisches Leid verhindern. Leid wie in diesen drei Fällen:

10. Mai: In der Pommernstraße wird ein etwa zweijähriger Birma-Mischling gefunden. Vermutlich ist er noch kein einziges Mal gebürstet worden. Sein Fell ist jedenfalls so verpappt, dass man es im Tierheim in einer einzigen viereckigen Platte scheren muss. Die Haut darunter ist wund. Unter anderem hat das Tier Entzündungen am Hals.

14. Mai: Die nächste Fund-Katze, gerade mal vier Tage nach dem ersten Fall. Es ist ein unterernährter und unterkühlter Perser-Mischling an der Ludwig-Thoma-Straße. Auch hier ist das Fell richtiggehend verklumpt, ein Fuß ist durch das Fell regelrecht abgeschnürt gewesen. Außerdem hat das Tier mehrere Lebertumore. Die Tierärzte können nichts mehr tun, sie schläfern die Katze ein.

19. Mai: Diesmal finden die Tierschützer einen roten Maine-Coon-Mischling an der Ludwig-Thoma-Straße. Die etwa vierjährige Langhaar-Mieze hat starke Verdauungsprobleme, sie kommt deshalb gleich an den Tropf. Hoffentlich kommt in dieser Liste des Leidens kein weiteres Datum hinzu.

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