In guten Händen: Auch dieser Igel braucht noch viel Pflege – und Rührei, um gut über den Winter zu kommen.
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In guten Händen: Auch dieser Igel braucht noch viel Pflege – und Rührei, um gut über den Winter zu kommen.
Das kleine Igelbaby schläft eingewickelt in einem Handtuch, das ihm Wärme spendet.
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Das kleine Igelbaby schläft eingewickelt in einem Handtuch, das ihm Wärme spendet.
Wilma und Thomas Barth vom Sauerlacher Tierschutzverein zeigen eines der Gehege. Hier sind einige der Igel bereits im tiefen Winterschlaf.
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Wilma und Thomas Barth vom Sauerlacher Tierschutzverein zeigen eines der Gehege. Hier sind einige der Igel bereits im tiefen Winterschlaf.

Verein braucht dringend Spenden

Tierretter in Sauerlach kämpfen um 40 Igel-Leben

Sauerlach – Der Tierschutz Sauerlach ist in Not. Die Tierretter haben inzwischen etwa 40 Igel in ihrer Obhut. Und die wollen gepflegt und gehegt werden, damit sie den Winter überstehen. Doch das kostet Geld. „Wir sind am Ende, bitte helft uns“, lautet der verzweifelte Appell der Tierschützer.

„Bitte helft uns, wir sind nur ein kleiner Verein”, haben Wilma und Thomas Barth vom Sauerlacher Tierschutz bei Facebook gepostet. Ehrenamtlich kümmern sie sich um etwa 40 Igel, manche von ihnen sind nur 200 bis 400 Gramm schwer. Viel zu wenig für den Winter. Der Münchner Merkurbesuchte die beiden Tierfreunde in ihrem Haus.

Der Kampf ums Überleben

Das Gelände des erst im März 2015 gegründeten Vereins ist in der Hirschbergstraße 12 in Sauerlach. Dort stehen das Haus der Familie Barth sowie einige kleine Gartenhäuschen. Hier sind die gesunden Igel untergebracht. „18 von ihnen sind bereits im Winterschlaf, die haben das richtige Gewicht“, erzählt Wilma Barth. Sie ist die Vorsitzende. Ihre Stellvertreterin ist Freundin Sandra Schott. Sie leitet in Wörth bei Landshut eine kleine Zweigstelle mit nochmals 20 Stachelgesellen.

Im Wintergarten untergebracht ist die Krankenstation mit den richtig armen Würstchen. „Den Kleinen hier hat erst vorgestern jemand bei uns abgegeben“, erzählt die Vorsitzende und zeigt auf einen Käfig. In ein rosa Handtuch gehüllt schlummert dort ein winziges Igelkind von nicht mal 200 Gramm. „Sie brauchen viel Wärme, das ist wichtig“, betont Wilma Barth. Jeden Tag die gleich Routine: Käfige säubern, Igelchen päppeln, Gesundheits-Check, wieder einkuscheln – und teils mit Medikamenten oder Arztbesuch zu retten versuchen. Abends steht die 46-Jährige dann in der Küche, heute steht Rührei für alle hungrigen Mäuler auf dem Speisezettel.

Ein Herz für alle kleinen Wildtiere

Wilma Barth und ihr Mann Thomas machen es gern, sind Tierfreunde durch und durch. Mit zur Familie gehören neben Sohn Kevin, der auch Schriftführer ist, fünf gerettete Kaninchenzwerge und Seppi, Barney und Zuzi – die Katzen. Nicht zu vergessen Rocki und Sheila, die Hunde des Hauses. „Momentan ist natürlich Igelzeit, aber wir kümmern uns generell um alle kleinen Wildtiere, zum Beispiel auch Eichkatzerl“, erzählt die Vorsitzende. Von Kindesbeinen an hat sie ein Herz für Tiere, gerade für Tiere in Not. „Manchmal denke ich, ich ziehe sie regelrecht an“, sagt sie und lächelt.

Mittlerweile aber steht dem kleinen Verein das Wasser bis zum Hals. „Jeder weiß hier, dass wir Findelkinder aufnehmen, aber Futter, Arztbesuche und Medikamente kosten viel Geld“, sagt Ehemann Thomas. Er ist im Verein der Kassier und hat die Finanzen im Blick. „Wir machen das alles ehrenamtlich und sind langsam am Ende“, sagen beide bedrückt. Ohne Unterstützung werde es langsam eng.

Viele tödliche Gefahren

„Mensch & Wildtiere – Wir müssen helfen!“, lautet das Motto, das sei die Aufgabe des Vereins. Einige der Igel bekommen bei Familie Barth ihr Gnadenbrot. Wie etwa der „Heino“, ein Pfundskerl von einem Igel-Albino. „Der hätte in der freien Natur gar keine Chance“, sagt Wilma Barth. Er wäre nicht nur für Hunde ein leichtes Opfer. Oder „Adonis“. „Aufgrund von Milben und einem schlimmen Abszess waren ihm alle Stacheln ausgegangen“, erzählt die Igelmutter. Auch ihn hat sie gerettet. Jetzt ist er im Winterschlaf – wie auch „The Big Boss“, ein stolzer 1500 Gramm-Brocken. Wer gesund ist, wird im Frühjahr ausgewildert. Aber nicht alle haben so viel Glück. Es gibt einen Ordner mit Fotos von Unfällen und Tierquälerei. „Rasentrimmer, Schneckenkorn oder Osterfeuer sind nur einige der tödlichen Gefahren“, sagt die Vorsitzende. Für viele Igel das traurige Ende.

Wie man ihnen helfen kann, ist auf der Internetseite des Vereins zu lesen. Fragen beantwortet Wilma Barth gern. Sach- und Geldspenden wie auch eine Mitgliedschaft sind willkommen.

Infos und Kontakt

Tierschutz Sauerlach, Hirschbergstraße 12, Telefon: 01590/4 49 89 43; Internet: www.tierschutz-sauerlach.de; (Spendenkonto: VR Bank München Land, IBAN: DE 64701664860002576406, BIC: GENODEF1OHC.

Kathrin Kohnke

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