Todesfahrt unter Drogeneinfluss

Oberschleißheim - Bei einem Autounfall ist im Mai 2009 eine 19-jährige Oberschleißheimerin getötet worden. Der Unfallfahrer, ein 31-jähriger Groß- und Außenhandelskaufmann aus Neufahrn, hatte Cannabis konsumiert und war mit viel zu hohem Tempo ins Schleudern geraten.

Wegen fahrlässiger Tötung muss sich der Neufahrner vor dem Amtsgericht Freising verantworten. Der 31-Jährige gab an, sich an den Unfall nicht erinnern zu können.

Eine Verkettung von Zufällen führte dazu, dass die 19-Jährige am frühen Abend des 7. Mai 2009 auf den Angeklagten traf. Beide waren sich zuvor noch nie begegnet.

Gegen 18 Uhr habe der Neufahrner den Entschluss gefasst haben, mit seinem Bruder und einem Freund (20) zu einer Autowaschanlage nach Eching zu fahren. Dem Bruder war eingefallen, dass er noch ein paar Münzen für die automatische Waschanlage habe. Dort begegnete das Trio zufällig der Freundin des Bruders. Diese war in Begleitung ihrer Freundin, der 19-jährigen Oberschleißheimerin, unterwegs. Die Gruppe entschied, zum Angeklagten nach Hause zu fahren, einfach „herumsitzen und rumquatschen“, wie der Neufahrner sagte. Da der Bruder es vorzog, im Auto seiner Freundin zu fahren, stieg die Oberschleißheimerin in den Audi A4 des Angeklagten ein, setzte sich nach hinten und schnallte sich ordnungsgemäß an, während der 20-jährige Freund des Neufahrners auf den Beifahrersitz Platz nahm.

Dem Angeklagten sei dann spontan eingefallen, noch schnell auf einen Sprung bei seiner Schwester in Massenhausen vorbeizuschauen, um nach seinem Aquarium zu sehen, das er dort untergestellt hatte. In einer langgezogenen Linkskurve verlor der 31-Jährige auf der Staatsstraße 2341 die Kontrolle über den Audi, schleuderte mit dem Heck gegen einen Baum. Dort, wo die 19-Jährige nur Minuten zuvor Platz genommen hatte, drückte sich der Stamm 60 Zentimeter durchs Blech. Die Oberschleißheimerin erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Einem Sachverständigen zufolge betrug die Geschwindigkeit des Audi zum Unfallzeitpunkt zwischen 126 und 138 Stundenkilometer.

Der Prozess dauert an.

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