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Wenige Tage vor Weihnachten war hier ein Mann von einem Zug erfastt worden.

Tödliche Abkürzung: Nach Unfall neue Warnschilder

Unterschleißheim - Der Schock war groß, als wenige Tage vor Weihnachten ein 51-Jähriger aus Lohhof auf einem Trampelpfad über die Bahngleise lief und von einem Zug tödlich erfasst wurde. Besonders bedenklich ist:

Den lebensgefährlichen Pfad neben den Gleisen und über die stark befahrene Bahnstrecke nehmen viele Lohhofer als Abkürzung. Die Polizei berichtete im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall von zahlreichen Spuren im Schnee - über die Gleise.

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Thomas Köglmeier, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspekion Oberschleißheim, kennt die Stelle schon länger und weiß von den verbotenen Überquerungen. Oft würden an der Stelle Menschen über die Gleise laufen, um Richtung Berglwald nicht 300 Meter zum S-Bahnhof Unterschleißheim und nach der Unterquerung der Gleise die 300 Meter auf der anderen Seite zurück gehen zu müssen. Zudem gibt es in dem südlichen Stadtbereich auch eine Gastwirtschaft, die gerne auf dem direkten Weg angesteuert werde.

Das Problem der Polizei: Der Trampelpfad ist kaum zu kontrollieren. Von der Westseite der Gleise ist die Stelle überhaupt nicht einsehbar, und nun im Winter mit Schnee kämen die Einsatzfahrzeuge auch nicht im Osten voran. Köglmeier berichtet, dass Beamte der Polizei immer wieder an der Ostseite des Pfades Gleisüberquerer anhalten. Dabei werden die Personalien festgestellt und der Fall an die Bundespolizei am Hauptbahnhof weitergeleitet, die für die Gleisbereiche zuständig ist. Die hat Möglichkeiten, auch empfindliche Strafen zu verhängen. „Nur im Winter kann der Trampelpfad schwer bis gar nicht überwacht werden“, sagt der Beamte.

Köglmeier erinnert sich auch daran, dass es bereits Ortstermine gab an der Stelle der Überquerungen. „Die Schilder mit dem Verbot, die Gleise zu überqueren, wurden ja auch nicht aus Jux und Dollerei aufgestellt“, sagt der Polizist. Nun als erste Maßnahme nach dem Unglück werden die etwas verwitterten Schilder erneuert.

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Die Bundespolizei und die Bahn haben zudem die Möglichkeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Franz Lindermair, Bahnpressesprecher in München, erklärt, dass sich sein Unternehmen mit der Polizei absprechen werde. Allerdings sei das Aufstellen eines Zaunes oft keine Lösung. „Dann verlagert sich der Trampelpfad um 100 oder 200 Meter.“ Und auch eine Absperrung verhindere es nicht gänzlich, dass Menschen über die Gleise gehen und ihr Leben riskieren. So bleibt die Hoffnung, dass der tödliche Unfall bei einigen Nutzern des illegalen Weges für ein Umdenken sorgt.

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