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Ein tödlicher Unfall hat sich am Donnerstagvormittag am Sportpark in Unterhaching ereignet.

Kieslaster überrollt Radfahrer am Sportpark

Unterhaching - Auf der Großbaustelle am Sportpark in Unterhaching ist es am Donnerstag zu einem Unfall mit tödlichem Ende gekommen: Ein Lkw-Fahrer überrollte einen Radfahrer (72), der noch an der Unfallstelle starb.

In der Abendsonne wirkt alles so friedlich, so ruhig. Stunden nach dem fürchterlichen Unfall: Stille. Auch deshalb, weil auf der Baustelle der Betrieb ruht. Kein Wunder nach der tödlichen Tragödie am Morgen.

Der Alarm bei Polizei und Feuerwehr ging um 10.03 Uhr ein. Als die Einsatzkräfte kurze Zeit später am Unterhachinger Sportpark eintreffen, bietet sich ihnen ein schreckliches Bild: Unter einem zig Tonnen schweren Baustellen-Lkw liegt eingequetscht ein zertrümmertes Fahrrad. Den Mann, der auf dem Radl gesessen hatte, haben die Ersthelfer schon zur Seite gezogen. Doch die Hilfe kommt zu spät: Der 72-Jährige stirbt unmittelbar nach der Kollision mit dem Lkw. „Der Mann ist gnadenlos überrollt worden und war sofort tot – zum Glück musste er nicht lange leiden“, sagt Josef Gmeinwieser, Kommandant der Feuerwehr Unterhaching. Wiederbelebungsversuche? Vergebens, keine Chance.

Wie konnte das passieren? Die Unfallstelle: eine unübersichtliche Stelle zwischen Sportpark und Stumpfwiese. Es handelt sich um die Baustellenzufahrt, wo die Kindertagesstätte „Champini“ entstehen soll. Genau in der Kurve der Straße „Am Sportpark“. Vom Stadionparkplatz her wollte der Lkw-Fahrer geradeaus auf die Baustelle fahren – allerdings ist dabei der Radweg auf dem Anton-Troppmann-Weg zu kreuzen. Auf diesem kam, von rechts und durch eine Hecke verdeckt, der 72-Jährige aus dem südlichen Landkreis hergeradelt. Sein (Rad-)Weg, so die Polizei, kreuzte sich im 90-Grad-Winkel mit dem des Lkw. Ein Unfallszenario, bei dem es für den Radfahrer keine Chance gab.

Grüne und rote Kreidemarkierungen, mit denen die Polizei den Hergang zu skizzieren versucht hatte, sowie dunkler Rindenmulch über dem Blut zeugen von dem Unfall. Die Frage, die sich stellt: Wäre er vermeidbar gewesen? Gerade mal 40 Meter weiter befindet sich die Baustellenzufahrt zur Großbaustelle der Gemeinde Unterhaching, die dort die neue Grund- und Mittelschule baut. An der Schulbaustelle ist der Radweg perfekt abgesichert mit Barrieren, gelben Blinklichtern sowie Hinweisschildern. An der Unglücksstelle der Champini-Baustelle dagegen: gar nichts. Radweg kreuzt Lkw-Route – diese brisante Konstellation wurde jetzt zur Todesfalle.

„Da fährt nie mehr ein Lkw durch“, sagt Gmeinwieser. Der Feuerwehr-Kommandant hat die Baustellenzufahrt mit einem Bauzaun angesperrt. Und, damit sie niemand wieder öffnet, Polizeiabsperrbänder drangeheftet. „Leider muss erst so etwas passieren, bis die Leute nachdenken. Wenn man mit einem Lkw einen Radweg quert, sollte man vorher schauen, ob alles frei ist.“ Die Polizei ermittelt, hat einen Gutachter hinzugezogen.

Der Bauträger, eine Firma aus Freilassing, bedauert den tödlichen Unfall. „Es ist äußert tragisch, was da passiert ist.“ Für die Baustellenabsicherung wiederum sei aber eine Spezialfirma zuständig gewesen.

Von Martin Becker

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