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Warnerin vor den Gefahren der Atomkraft: Gina Gillig spricht bei einer Mahnwache am Stachus in München.

Tragische Gewissheit: Die vermisste Gina Gillig ist tot

Unterschleißheim - Gina Gillig ist tot. Neben ihrer Familie und den Freunden trauern die „Mütter gegen Atomkraft e.V.", an deren Spitze Gina Gillig lange Jahre stand.

Seit Ende Oktober war die Unterschleißheimerin spurlos verschwunden. Spaziergänger haben am Freitag ihre Leiche entdeckt. Gina Gillig wurde 59 Jahre alt. Sie hinterlässt ihren Mann und zwei erwachsene Kinder.

„Das Reaktorunglück von Tschernobyl hat mich und das Leben meiner kleinen Familie völlig umgekrempelt“, hatte Gina Gillig im April 2011 in einem Porträt im Münchner Merkur gesagt, zum 25. Jahrestag der Katastrophe in der Ukraine. Die Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder hatte sie 1986 dazu veranlasst, sich mit anderen Müttern zusammenzuschließen. Daraus entstand der Verein „Mütter gegen Atomkraft“ e.V., den sie entscheidend mitgeprägt hat.

Sie hat in Unterschleißheim die Sammlung für die Kinder von Tschernobyl zu einem festen Bestandteil gemacht, der den Menschen in der Ukraine hilft, aber auch die Erinnerung an diese Katastrophe vor dem Vergessen bewahrt. Ihre Aufklärungsarbeit und ihr Werben für die erneuerbaren Energien wurden selbst von politischen Gegnern mit Respekt verfolgt, denn sie galt überall als sehr kompetente, bestens informierte Gesprächspartnerin.

Bei ihren politischen Freunden sowieso: „Ich habe Gina Gillig unheimlich geschätzt. Es gibt selten Menschen, die sich so engagiren wie sie“, sagt Ingrid Wundrak (67), Stadträtin der Grünen in Garching.

Mit Mut, Unbeugsamkeit und Zähigkeit hat Gina Gillig sich der Mühsal unterzogen, eine politische Veränderung zu erreichen. Der Widerstand begann mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf und hörte nicht auf beim Forschungsreaktor in Garching. „Widerstand leisten ist nichts für Schwache“, rufen die „Mütter gegen Atomkraft“ ihrer Mitstreiterin nach. „Gina Gillig war eine starke Frau. Sie verdient unseren Dank und unseren Respekt.“

Der Termin für Trauerfeier und Beisetzung steht noch nicht fest.

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