Transrapid-Gegner wachsam

- Probebohrungen für Strecke laufen an

Landkreis - Wirkt sich ein mögliches Aus für den Transrapid zwischen Peking und Shanghai auf die geplante Strecke zwischen München-Hauptbahnhof und dem Flughafen aus? Die Bürgermeister anliegender Kommunen äußern sich zurückhaltend. Es sei zu früh zum Feiern, sagt Rathauschef Rolf Zeitler (CSU) aus Unterschleißheim. Er mag nicht ausschließen, dass die "Referenzstrecke" dennoch gebaut wird. Die ersten Probebohrungen haben begonnen.

Die Bayerische Magnetbahnvorbereitungsgesellschaft (BMG) mit Sitz in München dementiert Nachrichten aus China, wonach sich Peking von der 1300 Kilometer langen Verbindung zwischen der chinesischen Hauptstadt und Shanghai verabschiedet hat. Ein 30 Milliarden-Geschäft wäre geplatzt. Die bayerische Staatsregierung begründet den Bau der Strecke zum Münchner Flughafen unter anderem als "Referenz" zur Vermarktung. Doch braucht es diese Referenzen überhaupt noch? Zeitler, als Wortführer der Transrapid-Gegner bekannt, befürchtet, dass die BMG so schnell nicht ablassen wird von ihrem Projekt. Schließlich könnte der Transrapid auch in andere Teile der Welt verkauft werden. "Sollte China absagen, könnte das Auswirkungen auf unsere Situation haben. Sicher aber ist das noch nicht."

Die BMG lässt auch in Unterschleißheim Probebohrungen für die Standfestigkeit der Träger durchführen; zunächst auf öffentlichem, dann auf privatem Grund. Gegen diese "Duldungsanordnung" werde er nichts unternehmen, sagt Zeitler. "Das können wir sowieso nicht verhindern." Vielleicht füh- Zu früh für Entwarnung ren die Bohrungen zu Ergebnissen, mit denen gearbeitet werden könnte, hofft Zeitler. Erst gegen eine fundierte Planfeststellungsunterlage könne angegangen werden.

Ähnlich ungewiss ist die Situation in Oberschleißheim. Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler (SPD) hofft ebenfalls, dass die Entwicklung in China sich auf hiesige Pläne auswirkt. "Wenn der Zug da nicht funktioniert, wie soll er das dann bei uns." Anders als Zeitler betont Ziegler, grundsätzlich nicht gegen die Transrapid-Technik zu sein. Die High-Tech-Bahn sei ein "tolles Verkehrsmittel". Nur eben bestimmt für lange Strecken.

Der Transrapid stelle für Oberschließheim eine Belastung dar. Schon heute würden Schienen zu viel Raum verbrauchen. "Man muss sich mal vorstellen: Dort, wo heute Gleise sind, könnten wir durch einen Park spazierengehen." Seit langem fordert Ziegler, S-Bahnen und Züge unterirdisch fahren zu lassen. an

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