Trauer um einen außergewöhnlichen Pfarrer

Ottobrunn - Ottobrunn trauert um seinen Altpfarrer Anton Zawadke. Der 80-jährige katholische Geistliche starb unerwartet am Freitag in einem Münchner Krankenhaus.

Die Botschaft traf nicht nur die kirchliche Gemeinde von St. Otto wie ein Schock. Auch Vereine und Bürger in Ottobrunn konnten es kaum glauben, als sie vom Tod des Altpfarrers Anton Zawadke erfuhren. Das zeigt, wie beliebt und bekannt der Pfarrer aus Mecklenburg war, der in Ottobrunn eine zweite Heimat gefunden hatte. Fast 40 Jahre lang hatte er die Pfarrei St. Otto geleitet, bevor er im Jahr 2007 in den Ruhestand ging. Doch selbst dann war der 80-Jährige noch immer im Gemeindeleben aktiv, half gelegentlich im Pfarrverband aus.

Im Alter von 27 Jahren wurde Zawadke in Freising zum Priester geweiht. Als Kaplan war er dann erst in Karlsfeld, Waldkraiburg und Perlach tätig, bevor er im Jahr 1969 als Vikar nach Ottobrunn kam. Nur wenige Monate später trat er sein Amt als Pfarrer an.

Die Ottobrunner erlebten Anton Zawadke als einen sehr nahbaren und menschlichen Pfarrer. Tausende Taufen und Beerdigungen, Hunderte Trauungen und Segnungen hatte er vollzogen. Bei der Feuerwehr Ottobrunn etwa weihte er alle Fahrzeuge und segnete 2005 die Vereinsfahne. Auf der Jahreshauptversammlung legten die Floriansjünger eine Schweigeminute für ihr Ehrenmitglied ein. Bürgermeister Thomas Loderer hob die jahrzehntelange enge Verbundenheit Zawadkes mit seiner Feuerwehr hervor.

Seit 2008 ist der beliebte Pfarrer auch Ehrenmitglied der Gemeinde. „Sie sind eine Ottobrunner Institution und damit natürlich Kandidat für diese höchste Gemeindeauszeichnung“, sagte Loderer damals bei der festlichen Verleihung.

Eine Leidenschaft des Pfarrers war das Bibelstudium. Weil er perfekt Alt-Griechisch sprach, nahm er gern die Überserzungen und Interpretationen ganz genau unter Lupe. Ein besonderes Anliegen war es dem Pfarrer stets, die frohe Seite des Glaubens zu vermitteln. Das Wort „Sünde“ vermied Zawadke, wenn möglich, in seinen Predigten.

Aber auch ganz weltliche Dinge gehörten zu Zawadkes Leben. So war der 80-Jährige ein begeisterter Bastler und Heimwerker. Auf seinem Regal standen unzählige Krippenutensilien und Holzfiguren. Jahrzehntelang war er zudem Mitglied eines Streichquartetts. Die klassische Musik ist ihm ans Herz gewachsen. Als er gesundheitlich noch fitter war, liebte der Pfarrer lange Wanderungen. „Ich liebe die Weite des Tals und den Blick in die Berge hinein“, sagte Zawadke einmal. Und so feierte er seinen 80. Geburtstag im vergangenen Juni noch mit seinen zwei Brüdern im Mangfalltal. Froh sei er, sagte er damals, dass ihm das noch vergönnt gewesen ist.

Requiem und Beerdigung

Gelegenheit, sich von Pfarrer Anton Zawadke zu verabschieden, gibt es am Freitag, 22. März, während der Aufbahrung in der Kirche mit Ehrenwache von 10 bis 19 Uhr. Das Requiem mit anschließender Beerdigung auf dem Parkfriedhof findet am Samstag, 23. März, um 10 Uhr in der Kirche St. Otto statt.

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