Trauer um Wolfram Stronk

- Träger der goldenen Ehrenmedaille wird heute beigesetzt

Unterschleißheim - Er galt als Humanist, als einer, der das Gemeinwohl weit über das Wohl seiner eigenen Person gestellt hat. Wolfram Stronk, der am vergangenen Donnerstag im Alter von 83 Jahren gestorben ist, war ein Mann, der in Unterschleißheim höchstes Ansehen genossen hat - als Kommunalpolitiker, aber auch als Mensch. Heute wird er auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Die Messe beginnt um 14 Uhr in der Kirche St. Korbinian.

Für die, die mit ihm die Politik im Ort gestaltet haben, war Wolfram Stronk ein Mann des Ausgleichs. Nie habe er sich um Parteigrenzen gekümmert, stets sei es ihm um das Leben in der Gemeinschaft gegangen und um den Ort, in dem er mit seiner Frau Irmgard seit 1946 lebte. Dennoch ist seine politische Arbeit eng verbunden mit der Freien Bürgerschaft (FB) Unterschleißheim. Schon 1954 hatte Stronk die Freie Wahlgemeinschaft ins Leben gerufen, deren Mitglieder sich 1972 mit dem Bürgerverein von Alexander Pachmann zusammenschlossen zur Freien Bürgerschaft. Ihr Gründungsvater blieb bis 1991 auch Vorsitzender und fungierte über die Jahre nicht nur als Gemeinderat sondern auch als dritter und zweiter Bürgermeister. Als Bürgermeister Hans Bayer (SPD) schon schwer krank war, übernahm Stronk die kommissarische Leitung des Rathauses und führte die Geschäfte in der Übergangszeit nach Bayers Tod bis zur Ernennung von Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU). Stronk, der eigentlich Kaufmann für Speiseöle und Fette war, habe sich immer "für die Belange der kleinen Leute" stark gemacht, sagt Martin Reichart, der Vorsitzende der FB. Und er erinnert sich an ein Gespräch, das er im Januar mit ihm geführt hatte. Stronk habe ihm damals geraten, die "zunehmende Verstädterung" Unterschleißheims zu verhindern und das "Unpersönlich-Werden des Ortes" aufzuhalten. "Er wollte Heimatlichkeit in seiner Stadt", sagt Reichart.

Die Gemeinde als Keimzelle der Menschlichkeit, dieses Ideal mag Stronk auch zu seinem Engagement in zahlreichen Vereinen bewogen haben. Gründungsmitglied war er vielerorts, unter anderem im Männergesangverein und im Schachclub. Als geistiger Vater gilt er zudem für die Partnerschaft mit Le Crés und auch die Verbindung zum thüringischen Lucka hat er wesentlich mitgeprägt. Für seine Verdienste hat Wolfram Stronk das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten, die Stadt Unterschleißheim zeichnete ihn mit der silbernen und der goldenen Brügermedaille aus und die Freien Bürger haben ihn zum Ehrenvorsitzenden ernannt.bw

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