Für Top-Qualität steht (noch) das Trinkwasser aus dem Mangfalltal – hier ein Blick in die Reisacher Grundwasserfassung. Dorther kommt das Trinkwasser der Stadtwerke München, das wiederum auch durch Unterhachinger Leitungen fließt. Foto: Thomas Plettenberg

Trinkwasser: „Privatisierung steht nicht zur Debatte“

Landkreis - er Trinkwassermarkt soll liberalisiert werden - na und? Die Pläne der EU haben möglicherweise kaum Einfluss auf die Wasserqualität im Landkreis München.

Grund: Viele Kommunen schieben jeglicher Privatisierung einen Riegel vor. Sorge herrscht aber in Unterhaching, wo man abhängig ist von der Landeshauptstadt München.

Zahlreiche der 29 angeschlossenen Kommunen haben die Wasserversorgung in so genannten Eigenbetrieben organisiert und erbringen die Dienstleistung selbst. Damit versorgt werden fast ausschließlich die eigenen Bürger oder nahe Umland-Gemeinden. Zu einer Ausschreibung der Wassersparte, wie sie die EU-Konzessionsrichtlinie bei einem Verkauf von 20 Prozent des Wassers außerhalb des Stammgebiets vorschreibt, sind sie damit auch weiterhin nicht verpflichtet.

„Die Kommunen werden diesen wichtigen Versorgungsbereich sicher nicht in fremde Hände geben“, ist der Leiter des Fachbereichs „Wasserversorgung, Grundwasser- und Bodenschutz“ im Wasserwirtschaftsamt, Wolfgang Polz, überzeugt. Die Qualität des Wassers in der Region München, das zu einem großen Teil aus dem Mangfalltal stammt, sei so gut, dass sich die Gemeinden das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen würden. „Ein hygienisches Risiko gibt es nicht.“

Für Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) jedenfalls steht fest: „Niemals wird unser Wasser in private Hände gegeben. Solange ich etwas zu sagen habe, wird nichts liberalisiert.“ Auch Schäftlarn denkt nicht darüber nach, den Markt zu privatisieren: „Bei uns ist das kein Thema, weil wir die Wasserversorgung als Eigenbetrieb laufen haben“, bekräftigt Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU). „Eine Privatisierung steht nicht zur Debatte.“

Anders in Unterhaching: Gemeindesprecher Simon Hötzl beobachtet die Entwicklung „mit Aufmerksamkeit“. Da die 23000-Einwohner-Gemeinde aus historischen Gründen über keine Brunnen verfügt, istUnterhaching komplett an das Münchner Wassernetz angeschlossen. Die Stadtwerke der Landeshauptstadt wiederum könnten wegen des hohen Exports von Wasser zu einer Ausschreibung verpflichtet sein. „Wir warten, bis sich der Nebel verzogen hat, und werden dann die weiteren Schritte prüfen“, schildert Hötzl.

Rafael Sala

(weitere Details am Mittwoch in der Print-Ausgabe)

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