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Nur ein Kunstrasen-Großplatz kann helfen: Engagiert berichtet Jugendleiterin Angelika Ellinger in der Bürgerfrage-Viertelstunde von der Lage der TSV-Fußballjugend.

TSV Sauerlach kämpft für Kunstrasen-Großplatz

„Wir brauchen dringend Unterstützung“

Sauerlach - Der TSV Sauerlach stellt abermals einen Antrag für einen Kunstrasen-Großplatz – viele Unterstützer waren ins Rathaus gekommen. Und der Ball bleibt für den TSV weiterhin im Spiel.

Welch ein Empfang für die Mitglieder des Gemeinderats, fast wie der Gang über den roten Teppich. Vor der Rathaustür standen Mitglieder des TSV Spalier, darunter auch die Jugend. Mit großem Hallo wurden die Eintretenden begrüßt. Der Hintergrund aber ist ein ernster: Den Sportverein plagt akute Trainingsplatznot.

Der TSV kam diesmal mit großem Besteck. Bereits viele Male war die Problematik auf dem Tisch des Hauses. Jetzt mit Nachdruck. Nicht nur einen Tagesordnungspunkt, auch die Bürgerfrage-Viertelstunde hatten sich Trainer und Vorstand gesichert. Derweil gab es im großen Saal nicht mehr einen freien Platz.

Angelika Ellinger, eine waschechte Sauerlacherin, Jugendleiterin und seit sieben Jahren Fußball-Coach, machte den Anfang. 180 Kinder und Jugendliche würden derzeit im Verein trainieren, darunter auch zehn Flüchtlingskinder. „Das sind zwölf Mannschaften, betreut von 24 Trainern“, macht Ellinger eine Rechnung auf. Ab nächster Saison gebe es darüber hinaus erstmals wieder eine C-Jugend mit 20 Kindern, jedes Jahr wachse eine neue Mannschaft hoch.

Allein, es fehlt an Trainingsplatz – in den Wintermonaten ein akutes Problem. Alles drängt dann in die Mehrzweckhalle, und die platzt längst den Nähten. „Wir brauchen dringend Unterstützung von der Gemeinde“, appelliert die Trainerin.

Ihr Vorschlag: „Wir brauchen einen Kunstrasenplatz“. ann könnte bis Dezember und ab März draußen trainiert werden, das würde die Halle entlasten.

Vorstand Hans Gruber, sein Vize Herbert Schemmert wie auch Handball-Abteilungsleiter Ingo Schwenzfeger bestätigten später das Gesagte. „Wir haben brutal viele Kinder“, so Gruber. Das sei Segen und Wahnsinn zugleich.

Als letzte Lösung ein Aufnahmestopp? „Wir brauchen einen Kunstrasen-Großplatz“, sieht der Vorstand dies als einzige Lösung. Optimal dafür sei der Hauptplatz des Sportgeländes am Otterloher Feld. Alle Abteilungen des Vereins wie auch Schule und Nachmittagsbetreuung könnten diesen dann nutzen. „Es würde dort einen Belegungsplan geben wie jetzt bereits für die Mehrzweckhalle“, sagt Gruber.

Die Sicht der Handballer, die dort hauptsächlich spielen, brachte Schwenzfeger in die Diskussion ein. „Als die Halle geplant wurde, war der TSV etwa halb so groß wie heuer.“ Die Raumplanung von damals reiche hinten wie vorne nicht. Wenn die Fußballer dank Kunstrasen erst im Dezember in die Halle kämen, hätten es die Handballer in ihrer Hauptspielzeit viel leichter.

Erst unlängst stellten Gemeinde und Pfarrpfründe-Stiftung in nächster Nachbarschaft ein Grundstück am Reißerweg in Aussicht. Etwa 3300 Quadratmeter würde der jetzige Pächter dem TSV abtreten wollen. Dort könnte es einen weiteren Trainings- oder Bolzplatz geben.

Wie sich nach erfolgter Diskussion die Lage weiterentwickelt, wurde im Rat nicht geklärt. „Bis jetzt sind noch keine Verträge unterzeichnet“, bestätigte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). Wo auf dem Gelände des TSV der gewünschte Kunstrasen-Platz einmal gebaut werden würde, darüber gehen die Meinungen aktuell noch auseinander.

Bogner indessen signalisierte durchaus Unterstützung: „Wenn wir einen vernünftigen Antrag und ein ausgearbeitetes Konzept bekommen.“ Das hatten grundsätzlich auch Paul Fröhlich (CSU), Robert Lechner (CSU) und Axel Horn (Grüne) gefordert. Fragen nach Zuschüssen, zu erwartenden Kosten, Belegungsschlüssel und Pflege seien zunächst zu klären. „Das Geld ist immer das Wichtigste“, betonte Martin Fesl (UBV), gerade in Zeiten knapper Kassen.

Den Antrag hatte der Vorsitzende zumindest schon einmal dabei. Damit bleibt der Ball für den TSV Sauerlach weiterhin im Spiel.

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