Tugenden verkörpert

- Schäftlarn (msc) - Fast genau vor einem Jahr enthüllte Johann Dietrich von Hassell in Schäftlarn eine Gedenktafel an seinen Vater Ulrich von Hassell, der als Widerstandskämpfer im Dritten Reich in die Geschichtsbücher einging. Am Freitag vor einer Woche, so wurde jetzt bekannt, starb Johann Dietrich von Hassell im Alter von 89 Jahren nach langer Krankheit. Gestern wurde er in seinem Heimatort Zell beigesetzt.

Der geborene Schwarzwälder trat 1935 in die Wehrmacht ein, kam drei Jahre später nach Ebenhausen und musste schon kurze Zeit später in den Krieg gegen Frankreich und Russland ziehen. Der Schicksalstag des 20. Juli 1944 hatte auch für den Sohn Ulrich von Hassells schwer wiegende Konsequenzen. Als die Nazis den Vater nach dem Attentatsversuch gegen Hitler verhafteten und am 8. September hinrichteten, wurde er in Sippenhaft genommen. Erst die Befreiung durch die Alliierten im Sommer 1945 bedeutete seine Rettung. Im Nachkriegsdeutschland kletterte er rasch die Karriereleiter bei Siemens in München empor. Das Ansehen der von Hassells in Schäftlarn dokumentiert am deutlichsten die am 8. September vergangenen Jahres aufgestellte Gedenktafel und die nach Ulrich von Hassell benannte Straße.

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