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Viele Sportvereine fürchten, dass Mitglieder abwandern, wenn Traininigsmöglichkeiten fehlen. Hier ein Bild der Straßlacher Turnhalle.

Unterbringung von Flüchtlingen

Turnhallen-Debatte: Wen trifft es, wen nicht?

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Landkreis -  So wirklich weiß niemand, welche Turnhallen der Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen beschlagnahmen will. Und ungewiss ist auch, ob er es überhaupt tut.

Vielleicht muss man diese Geschichte mit den Fakten anfangen: Der Landkreis erwägt – und man muss das Wort ’erwägt’ betonen – , in den Turnhallen einiger Landkreis-Gemeinden Flüchtlinge unterzubringen. Mitarbeiter des Landratsamtes sollen die Hallen auf ihre Eignung überprüfen. Im Gespräch sind Turnhallen von Gemeinden, in denen bisher eher wenig Flüchtlinge einen Platz gefunden haben.

Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) ist vor diesem Hintergrund nicht recht gut zu sprechen auf das Landratsamt. 19 Flüchtlinge leben in Straßlach-Dingharting, weit weniger als der Quotenspiegel vorsieht. Ein Grund, weshalb der Landkreis die Turnhalle im Bürgerhaus als Flüchtlingsunterkunft in Betracht zieht. Doch laut Sienerth könnte seine Gemeinde schon lange viel mehr Flüchtlinge beherbergen. Mehrere dezentrale Unterkünfte habe die Kommune angeboten, sagt er. Die Behörde habe die Wohnungen als „tauglich“ befunden. Insgesamt könnten mehr als 50 Menschen darin wohnen. Das hat Sienerth auch zuletzt auf einem Diskussionsabend im Bürgerhaus gesagt. Warum die Objekte dann noch unbewohnt sind? „Keine Ahnung“, so Sienerth.

Nach Angaben des Landratsamtes wird derzeit in Straßlach-Dingharting ein Haus eingerichtet. Zehn Menschen können bald einziehen. Bei einer anderen Unterkunft laufen noch Verhandlungen mit dem Eigentümer. Das sind weit weniger als 50 Plätze. Christine Spiegel vom Landratsamt erklärt diese Diskrepanz so: Der Landkreis müsse viele Details klären, zum Beispiel mit der Regierung von Oberbayern, bevor Plätze tatsächlich verfügbar sind. Da letztendlich der Landkreis für die Unterbringung zuständig ist, könnten die Bürgermeister das gar nicht alles wissen.

Die Gemeinden würden der Turnhallen-Belegung freilich lieber entgehen. Einige Bürgermeister und Gemeinderäte finden es ungerecht, dass es ausgerechnet ihre Kommune treffen könnte. Sie verweisen daher auf Grundstücke und Häuser, die man doch dem Landratsamt bereits angeboten habe. Man habe, wie es Straßlachs Bürgermeister Sienerth sagt, „die Hausaufgaben gemacht“. Oder wie sich CSU-Gemeinderat Reinhard Mulzer in Feldkirchen ausdrückt: „Wir haben genug getan.“

Die Debatte erinnert an die Legende von Damokles

Die derzeitige Turnhallen-Debatte im Landkreis lässt sich wohl am besten mit der Legende von Damokles vergleichen: Es schwebt ein Schwert über Kommunen wie zum Beispiel Straßlach-Dingharting, Feldkirchen oder Grasbrunn. Wen wird es treffen, wen nicht? Und wird es überhaupt herabfallen?

Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) ist sich jedenfalls so gut wie sicher, dass die Neukeferloher Schulturnhalle als Flüchtlingsunterkunft vom Tisch ist. In einem Elternbrief teilt er zusammen mit Konrektorin Angelika Lange mit, „dass die Tendenz der Umsetzung des Notfallplans Turnhallenbelegung in Neukeferloh gegen Null geht“. Korneder habe mit Landrat Christoph Göbel (CSU) lange verhandelt. Man habe Alternativen (Untergeschoss des Bürgerhauses) angeboten, „deren Umsetzung kurzfristig möglich ist“, schreibt der Bürgermeister. Also scheidet Grasbrunn nun tatsächlich aus dem Turnhallen-Roulette aus?

"Es ist noch nichts entschieden."

Fakt ist: „Es ist noch nichts entschieden“, sagt Christine Spiegel vom Landratsamt und betont dabei, dass wirklich überhaupt noch nichts entschieden ist, was die Turnhallen-Belegung im Landkreis grundsätzlich angeht: „Wenn alles gut läuft, kommen wir vielleicht drum herum.“ Denn manche Unterkünfte könnten doch schneller als geplant bezugsfertig sein, wie etwa die sogenannten „Feel-Home-Häuser“ in Taufkirchen, die Platz bieten für 224 Flüchtlinge. Aber man müsse mit einer „Belegungslücke“ rechnen, sagt Spiegel. Darauf wolle man die Gemeinden, die es treffen könnte, eben vorbereiten. „Wir wollen das mit ihnen gemeinsam machen.“

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