Twisters droht der Abstieg

- Ottobrunn (mm) - So hoffnungsvoll waren die Eishockeyspielerinnen des ERSC Ottobrunn zu den "Kurpfalz Ladies" nach Mannheim aufgebrochen. Unbedingt wollten sie nach zwei durchwachsenen Darbietungen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Doch es sollte den Twisters im Badischen noch schlechter ergehen: Die herbe 1:4 (1:2, 0:2, 0:0)-Schlappe gegen den heißesten Abstiegskandidaten bedeutet für die Ottobrunnerinnen den Tiefpunkt dieser Bundesliga-Saison - außerdem stecken die Ottobrunnerinnen jetzt mittendrin im Abstiegsstrudel.<BR>

"Es war eine verdiente Niederlage. Die Mannheimerinnen haben sich klar verbessert, dagegen sind bei uns etliche zu faul zum Denken und zum Laufen - einige sind in einem absoluten Formtief", fällte ERSC-Coach Winfried Schäffer ein vernichtendes Urteil über seine mannschaft: "Wir haben überhaupt nicht kombiniert - anscheinend können sie es nicht besser, aber das wundert mich angesichts der schlechten Trainingsbeteiligung der letzten Wochen auch nicht."<P>Hatten den Ottobrunner Trainer zuletzt vor allem die Stürmerinnen enttäuscht, zeigten jetzt auch die meisten Verteidigerinnen von der Rolle: Bislang war den Kurpfalz-Ladies in der Pokalrunde bekanntlich überhaupt kein einziger Treffer gelungen, und noch in der Vorrunde hatten die Ottobrunnerinnen deutlich klar mit 4:1 triumphiert.<P>Zur Matchwinnerin bei EKU Mannheim schwang sich Tatjana Hentschke auf, die einfach nicht zu halten war. Hentschke war es auch, die in der 7. Minute eine schöne Kombination mit dem 1:0 abschloss und gegen Ende des ersten Drittels zum 2:1 traf (17.) - zwischenzeitlich hatte Ottobrunns Stürmerin Manuela Hebel eine gelungene Einzelaktion mit dem 1:1-Ausgleich gekrönt (8.). Es lief die 37. Minute, da besorgte abermals Tatjana Hentschke nach präzisem Spielzug das 3:1. Als acht Sekunden vor Ende des Mittelabschnitts Yvonne Vorlicek ein Powerplay zu Mannheims Treffer Nummer vier, bedeutete dies bereits die Vorentscheidung. Trotz aller Bemühungen konnten sich die ohne Isabel Onken angetretenen Ottobrunnerinnen im Schlussdrittel nicht mehr herankämpfen, auch, weil sie zu wenig schossen. "Oft wollten sie den Puck ins Tor hineintragen."<P>Auf dem Boden der Tatsachen seien seine Schützlinge nun angelangt, kommentierte der ERSC-Trainer, dabei hatte es nach dem Ottobrunner 3:2-Auftaktsieg gegen die spielstarken Memmingerinnen vor kurzem so verheißungsvoll für den Bundesliga-Neuling ausgesehen. Knapp drei Wochen bleiben den Twisters, um sich auf den Revanchekampf gegen die Kurpfalz Ladies vorzubereiten. Sollten die Ottobrunnerinnen diese finale Heimbegegnung ebenfalls in den Sand setzen, es könnte der letzte Ottobrunner Bundesliga-Auftritt gewesen sein.<P>

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