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Alex ist schwer krank und kämpft um sein Leben.

Auf der Suche nach genetischem Zwilling

Typisierungsaktion für Alex: "Wahnsinn, was hier gerade passiert"

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Feldkirchen - Alex braucht Hilfe: Der vier Monate alte Bub sucht seinen genetischen Zwilling, der ihm mit einer Stammzellenspende das Leben rettet. Die DKMS unterstützt Patienten wie ihn und typisiert so viele Menschen wie möglich.

Alex sollte jetzt eigentlich daheim auf einer Decke liegen, mit seinen Fingern spielen und von seinen beiden Geschwistern umsorgt werden. Doch das kann er nicht. Der vier Monate alte Bub aus Feldkirchen kämpft um sein Leben, jede winzige Bakterie könnte ihn töten.

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Hunderte Feldkirchner lassen sich als Knochenmarkspender registrieren.

Alex hat die seltene Krankheit Hämophagozytische Lymphohistiozytose. Einfach gesagt, sein Immunsystem greift den Körper an. Alex’ einzige Chance ist eine Stammzellenspende. Um seinen genetischen Zwilling zu finden, haben Alex’ Eltern Laura Haimerl und Markus Sperl am Sonntag zu einer Typisierungsaktion in Feldkirchen aufgerufen. Die Hilfsbereitschaft ist groß. „Es ist ein Wahnsinn, was hier gerade passiert“, sagt Sperl.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) führt solche Aktionen regelmäßig durch. Denn: Alle 15 Minuten erkrankt ein Mensch in Deutschland an Blutkrebs. Für viele von ihnen ist eine Stammzellentransplantation die letzte Hoffnung. Den passenden Spender zu finden, ist allerdings „die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, sagt Laura Riedlinger, die bei der DKMS für Spenderneugewinnung zuständig ist.

"Mission: Irgendwann für alle einen passenden Spender zu finden"

Man weiß nicht, ob jeder Mensch einen genetischen Zwilling hat und der könnte sich überall auf der Welt verstecken. Bei der DKMS sind über 6,6 Millionen Menschen als Stammzellenspender registriert, 226.285 davon leben in Oberbayern. Trotzdem findet jeder siebte Patient keinen passenden Spender.

Will neue Spender gewinnen: Laura Riedlinger.

„Unsere Mission ist, irgendwann vielleicht für alle einen passenden Spender zu finden“, sagt Riedlinger. Die gemeinnützige Organisation versucht deshalb, die Gewebemerkmale von möglichst vielen Menschen zu registrieren – übers Internet, an Hochschulen oder in Firmen. Infrage kommt jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren. Am wirksamsten sind Aktionen wie in Feldkirchen, wenn ein Patient direkt um Hilfe bittet. „Dann nehmen sich viele Leute dafür Zeit.“

Dabei dauert die Typisierung nicht lange. In Feldkirchen hat die DKMS eine Art Parcours aufgebaut: Datenerfassung, Aufklärungsgespräch, Einverständniserklärung, Spendenstation und Blutentnahme. Spenden werden gesammelt, weil jede Registrierung 40 Euro kostet, was die DKMS ohne Hilfe der Kassen finanzieren muss. Um die Gewebemerkmale eines potenziellen Spenders zu untersuchen, braucht das Fachlabor fünf Milliliter Blut oder einen Abstrich von der Wangenschleimhaut.

400 Spender in eineinhalb Stunden

Alex hat die Aufmerksamkeit von besonders vielen Menschen geweckt. „Nach eineinhalb Stunden waren etwa 400 Spender da“, sagt Riedlinger. Bei jungen Patienten seien die Menschen eher betroffen, wobei die DKMS Aktionen für alle Patienten durchführt. „Ein 70-Jähriger kann für genauso viele Menschen als Papa oder Opa wichtig sein.“

Für jemanden, der sich registrieren lässt, liegt die Wahrscheinlichkeit bei einem Prozent, tatsächlich irgendwann als Lebensretter infrage zu kommen. Allerdings: Von den 4000 Menschen, die sich vergangenes Jahr in Aschheim (Kreis München) registrieren ließen, haben inzwischen bereits acht tatsächlich gespendet. Riedlinger: „Es lohnt sich, was wir machen.“ Wenn Alex seinen genetischen Zwilling findet, bekommt er nach einer Chemo das neue Blutsystem. Dann heißt es abwarten. „Letztlich ist die Transplantation immer nur eine Chance, keine Garantie.“

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