Über 200 Einsätze

Sturm blockiert S-Bahn und wirft Maibaum um

Hohenschäftlarn - Umgestürzte Bäume, defekte Oberleitungen, ein umgeknickter Maibaum und zahlreiche beschädigte Autos - Polizei und Feuerwehr hatten in der Nacht zum Mittwoch viel zu tun, um die von Sturmtief „Gonzalo" verursachten Schäden zu beseitigen. Die Einsatzzentrale der Feuerwehr meldet landkreisweit rund 210 Einsätze.

Von etwa 21 Uhr bis „weit nach Mitternacht“ waren die Feuerwehren schwerpunktmäßig im Einsatz in dieser Sturmnacht, meldet ein Sprecher. Und auch am Mittwoch waren die Helfer noch immer oder schon wieder im Einsatz.

So drohte am Mittwochvormittag ein Baum auf die Oberleitung der Straßenbahnlinie 25 in Grünwald zu stürzen. Während Mitarbeiter der Münchner Stadtwerke daran arbeiteten, die Oberleitung abzumontieren, fuhr die Straßenbahn nur bis Großhesselohe. Dort mussten die Pendler auf den Bus umsteigen.

In Unterschleißheim knickte eine Sturmböe den 28 Meter hohen Maibaum der Schule an der Johann-Schmid-Straße ab. Der Baum muss kleingesägt werden. Übrig bleiben lediglich die kleinen Taferl. Im Fallen beschädigte der Baum einige Autos. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

In Taufkirchen hat der Sturm dem Maibaum derart zugesetzt, dass er am Mittwoch umzustürzen drohte. Im unteren Bereich des Baumes hatten sich Risse gebildet, er stand außerdem schief. Er musste am Nachmittag mithilfe eines Feuerwehrkrans umgelegt werden. Während der Bergung wurde die Münchner Straße im Ortszentrum für etwa zwei Stunden gesperrt.

Maibaum in Taufkirchen mit Kran umgelegt - Bilder

Maibaum in Taufkirchen mit Kran umgelegt - Bilder

In Schäftlarn rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hohenschäftlarn am frühen Morgen, gegen 2 Uhr, zur Trasse der S 7 aus. Zwischen Hohenschäftlarn und Ebenhausen war ein Baum umgestürzt, hatte vier weitere mitgerissen, die dann zusammen auf die Oberleitung fielen und den Strom kappten. Nachdem ein Reparaturzug der Deutschen Bahn den Strom geerdet hatte, konnte die Feuerwehr damit beginnen, die Bäume kleinzuschneiden. 15 Mann und drei Kettensägen waren rund eine Stunde im Einsatz, unter der Leitung von Kommandant Daniel Buck. Der Einsatz sei sehr gefährlich gewesen, sagt Buck. Die Helfer mussten an einer steilen Böschung arbeiten, die nur mit Hilfe einer Leiter und mit Seilen zu begehen war. Auch zwischen Baierbrunn und Wolfratshausen kam es bis zum Mittwochnachmittag zu Problemen auf der S 7 wegen heruntergerissener Äste.

Ein Schaden von etwa 20 000 Euro ist in Unterhaching entstanden, als an der Fasanenstraße eine Birke umfiel und die Dächer zweier geparkter Autos eindrückte. Verletzte gab es in keinem der Fälle.

Das gilt zum Glück auch für den Zwischenfall auf der A 99 bei Aschheim: An der Brückenbaustelle war dort, um 21.15 Uhr, die Verschalung für den Mittelpfeiler umgestürzt. Das Gerüst aus Holzfaserplatten fiel auf den neu eingerichteten Mittelstreifen, der mit rund 15 Metern relativ bereit ist, wie die Autobahnmeisterei mitteilt. Vier Helfer rückten mit Sägen an und stutzten die Platten zurecht, damit sie entsorgt werden können.

„Es war viel zu tun“, fasst der Sprecher der Feuerwehreinsatzzentrale zusammen. Was seiner Meinung nach auch daran liegt, dass viele der gebrochenen Bäume stark belaubt waren und daher unter ihrer eigenen Last schneller umknickten. Wie hoch der Schaden insgesamt ausfällt nach der Sturmnacht im Landkreis, ist noch nicht ermittelt. bw

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