Üble Betrugsmasche: Unbekannte nutzen Hilfsbereitschaft aus

Haar - Hilfsbereitschaft ist eine feine Sache. Sie ist der Kitt unserer Gesellschaft und zeugt von Menschlichkeit. Dass es aber auch Menschen gibt, die die Gutmütigkeit anderer nicht nur ausnutzen, sondern den Helfenden auch schaden, zeigen diese beiden Fälle, von denen die Polizei jetzt berichtet.

So hatte am Dienstag, 13. September, ein Autofahrer kurz nach dem Gut Keferloh angehalten, weil am Rand der B 471 ein Mann stand, offensichtlich um Hilfe winkte und dann auf die Straße sprang, um Fahrzeuge zu stoppen. Einige Autofahrer waren vorbeigefahren, der 43-jähriger Münchner hielt seinen Wagen an. 

Der Hilfesuchende rief „Kommen schnell, Unfall, Unfall, Kinder, Frau, Problem“ und führte den 43-Jährigen zu einem Audi. Dort öffnete er die Motorhaube und bat den Helfer, im Motorraum nach einem möglichen Schaden zu sehen. Obwohl der 43-Jährige mehrfach sagte, er kenne sich mit Autos nicht aus, ließ der Unbekannte nicht locker, wollte, dass sein Helfer noch tiefer in den Motorraum schaue. Zugleich bat er um fünf Euro, um seinen Wagen reparieren zu lassen. Der Helfer wurde stutzig und bemerkte gerade noch, wie die angebliche Ehefrau des Unbekannten zu seinem eigenen Auto ging, die Beifahrertür öffnete und in seiner Sporttasche wühlte. Er sprach den Mann auf den offensichtlich versuchten Diebstahl an, der daraufhin die Frau zurückzitierte. Der 43-Jährige fuhr weiter und verständigte dann die Polizei.

 Gesucht wird nun ein etwa 45 Jahre alter Mann, etwa 1,80 Meter groß. Er trägt schwarze, kurze glatte Haare und einen Drei-Tage-Bart. Beschrieben wird er als osteuropäische Erscheinung, er spricht Deutsch mit vermutlich rumänischem Akzent. Bekleidet war er mit einer dunklen Hose und einem hellen kurzärmligen Hemd. Auch die Frau sieht osteuropäisch aus. Von ihr liegt keine nähere Beschreibung vor. 

Nicht weniger unverschämt ist der Fall, der sich nur einen Tag später, am Mittwoch, 14. September, auf dem Jagdfeldring in Haar ereignet hat. Ein 86 Jahre alter Münchner war am Morgen, 9.30 Uhr, mit seinem Rad auf dem Jagdfeldring unterwegs. Plötzlich hielt ein schwarzer Audi neben ihm. Der Fahrer sprach ihn an und sagte, er sei aus Dubai, kenne sich in München nicht aus und suche den Weg zum Flughafen. Hilfsbereit stieg der Rentner vom Rad, um weiterzuhelfen. Dabei stürzte er allerdings leicht. Der Audi-Fahrer kam ihm zu Hilfe, woraufhin ihm der 86-Jährige den Weg zum Flughafen erklärte. Als Dank gab ihm der Unbekannte einen Rasierer und ein Messer-Set. Dann aber bat er den Senior um Geld, angeblich, um tanken zu können. Der Rentner öffnete seinen Geldbeutel, entnahm einen 20 Euro-Schein. Der Unbekannte griff in die Börse und zog alle Scheine, etwa 100 Euro, heraus. Dann setzte er sich ins Auto und fuhr zügig davon.

 Der düpierte Rentner beschreibt den Unbekannten als etwa 1,80 Meter groß und rund 40 Jahre alt. Er hat eine kräftige Figur, dunkle kurze Haare und spricht Deutsch mit Akzent. Bekleidet war er mit einem Anzug. Mit im Auto saß eine hellblonde Frau, um die 30 Jahre alt. 

Die Polizei bittet in beiden Fällen um Hinweise an das Polizeipräsidium München, unter Tel. 089/291 00. Das Kommissariat 65, zuständig für Betrug, hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise nimmt aber auch jede andere Polizeidienststelle entgegen. 

Beide Fälle sind im Kommissariat einem Sachbearbeiter zugeordnet, teilt ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums mit. Davon auszugehen aber, dass es sich um ein und dieselben Täter handelt, hält die Polizei für verfrüht – auch wenn sich die Beschreibungen durchaus ähneln. Grundsätzlich rät die Polizei, auch weiterhin Hilfsbereitschaft zu zeigen – allerdings mit einer gehörigen Portion an Vorsicht. Niemand dürfe sich selbst in Gefahr bringen.

Rubriklistenbild: © DPA

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