Weg für Umgehungsstraße fast frei

- Garching - Der Bebauungsplan für die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Echinger Straße und Dieselstraße ist durch. Nach hitziger Debatte hat Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD) die am Montagabend im Stadtrat gefällte Entscheidung als "weitreichenden Beschluss" bezeichnet. "Ich hoffe, wir können nun bald mit dem Bau der Umgehungsstraße beginnen." SPD und CSU priesen das Werk als Produkt einer neuen Ära der Kooperation.<BR>

<P>Die Entscheidung war nicht knapp, aber umkämpft. Die Grüne Ingrid Wundrak und der Parteilose Götz Braun verweigerten hartnäckig ihre Zustimmung, wobei besonders der ehemalige Grüne Braun erneut zum Teil überharte Kritik hinnehmen musste. Braun, der bekanntlich einst als Befürworter der beschlossenen Trasse galt, stemmt sich inzwischen mit aller Kraft gegen die Straßenführung. Böse Zungen behaupten, zu dem Meinungsumschwung sei es zeitgleich mit seiner Ernennung zum Vize-Kreischef des Bund Naturschutz gekommen, was Braun gar nicht mal harsch zurückweist. Sein Motto: Lieber einen begründeten Meinungswechsel, als nicht begründete Zustimmung.<P>Der Bebauungsplan für die Gemeindeverbindungsstraße ist ein wichtiger Schritt in Richtung Umgehungsstraße. Nicht wenige Stadträte allerdings glauben, dass der von Solbrig nahezu euphorisch gefeierte Beschluss teuer erkauft ist. Die Kritiker entstammen interesanterweise beiden Lagern, Befürwortern wie Gegnern.<P>Unabhängigen-Chef Peter Riedl etwa trug die Entscheidung zwar mit, findet aber, dass unverhältnismäßig viel für Natur- und Landschaftsschutz investiert wird.<P>Riedl hatte mehrfach plädiert, "Menschenschutz" in diesem Fall dem Naturschutz voran zu stellen.<P>Braun und Wundrak wiederum fürchten um wertvolle Biotope. Ihrer Ansicht nach schwindet zudem der Erholungswert der Region.<P>In aller Deutlichkeit rügte Riedl die in Aussicht gestellte Klage des Bund Naturschutz (BN). Er habe kein Verständnis dafür, wenn der BN gleich mit der Justiz drohe, sobald nur ein einziger Fehler gemacht würde. Parteifreund Walter Kratzl gar sprach von "fehlgeleiteter Ideologie" und warf dem BN "Profilierungssucht" vor. Er könne nicht verstehen, weshalb der Stadt und ihren Bürgern so viel Schaden zugefügt würde.<P>Stadtrat Götz Braun verteidigte Ansprüche des Bund naturschutz, an dem Verfahren aktiv teilzuhaben. Der BN habe nicht nur einen Rechtsanspruch darauf, seine Position einzubringen. "In Bayern hat der BN so viele Mitglieder wie die CSU."an<P>

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