Hochkarätiger Gast: Sharon Kam. foto: michel

Umjubelte Meisterwerke der Kammermusik

Grünwald - Klarinettistin Sharon Kam tritt in der Reihe Grünwalder Konzerte auf

Hochkarätige Interpreten überzeugten in der Reihe Grünwalder Konzerte mit den bekanntesten Klarinetten-Quintetten von Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms. Sharon Kam (Klarinette), Isabelle van Keulen und Ulrike-Anima Mathé (Violine) sowie Volker Jacobsen (Viola) und Gustav Rivinius (Violoncello) begannen im voll besetzten August-Everding-Saal mit Opus 115 von Brahms. Obwohl dieser damals im Alter von 58 Jahren nach ersten Todesahnungen sein Testament schrieb und sich schon zuvor mit dem Gedanken trug, das Komponieren zu beenden, schuf er ein herausragendes Meisterwerk.

Die Klarinettistin musizierte einfühlsam, als führender Part inmitten des Quartett-Ensembles, euphonisch vom tiefen bis zum hohen Register. So ergänzten sich Streicher- und Holzbläsertöne, letztere schienen der menschlichen Stimme verwandt. Da verwundert es, dass Brahms erst spät, durch Richard Mühlfeld, Solo-Klarinettist im Bayreuther Festspielorchester, vom Reiz dieser Klangfarbe inspiriert wurde.

Das Ensemble spielte das Allegro energisch wie dann verhalten, ließ es zart verklingen. Dem „dolce“, das Brahms der Klarinette und Ersten Geige beim Adagio vorgibt, entsprachen diese innig, wie Geschwister. Empfindsam gestalteten die Streicher berührende Momente, sanglich wirkte das Melos von leiser Wehmut.

Der in Israel geborenen Klarinettistin schien das Schwelgende und Fremdartig-Faszinierende von Zigeunermusik, die Brahms an der Csárda, die Dorfschenke im Wiener Prater, liebte, vertraut. Sie ließ es anklingen und entfaltete das Adagio als schwärmerische Romantik, wobei etwa auch perlende Läufe gefielen. Der Expressivität des langsamen Satzes stellten Solistin und Streicher das ein Scherzo ersetzende Andantino gegenüber, „semplice“, das heißt schlicht und freundlich, wie es Brahms wünscht. Dann folgt ein leises „Presto non assai, ma con sentimento“, zu erleben als leidenschaftliches Espressivo. Beim ebenfalls lebhaften Schlusssatz kosteten die Musiker Variationen und Coda aus, nachdrücklich führten sie die jeweilige Wiederholung vor.

Das nach der Pause gespielte Quintett - A-Dur KV 581 - von Mozart, den ebenfalls ein Star, Anton Stadler, anregte, bescherte den Musikfreunden einmal mehr Wohlklang in der Balance zwischen solistischem Hervortreten und partnerschaftlichem Konzertieren. So verwandelten die Streicher glanzvolle Wendungen der Klarinette. Wie Soprane ließen Klarinette und Geigen aufhorchen, den tiefen Bläserregistern antwortete der Bratscher volltönend, der Cellist als weich timbrierter Bass. Tief berührte das Larghetto, beim Allegretto freute man sich auf jede repetierte Variation. In der stürmisch erbetenen Zugabe - das Menuett aus Webers Quintett - brillierte Kams keck-virtuos, humoriger Schlussakzent.

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