Mit Gutscheinen macht man nichts falsch: Kundin Gabriele Brasnic löst einen Geschenk-Gutschein bei Anna Hörtensteiner in der Buchhandlung Sirius in Garching ein. Foto: AMa

Umtausch ist reine Formsache

Garching - Falsche Größe, falsche Farbe, oder schlichtweg komplett das falsche Outfit: Die Beweggründe für einen Umtausch des Weihnachtsgeschenks sind vielfältig - aber insgesamt fällt das Umtausch-Geschäft offenbar nicht mehr so stark ins Gewicht.

„Unsere Kunden tauschen nicht mehr so viel um wie früher“, sagt Hermann Adelsberger, Geschäftsführer von Adelsberger Moden in Ismaning und Kirchheim. Die post-weihnachtlichen langen Schlangen vor den Kassen seien passé. „Aber das ist doch auch gut so“, sagt er.

Einerseits nämlich hätten er und seine Angestellten so deutlich weniger zu tun. Der mit einem Umtausch nötig gewordene Bürokram falle weg. Andererseits aber sieht er darin einen Wandel im Kaufverhalten: „Die Leute schätzen die Größen des Beschenkten besser ein. Und sie kommen nicht mehr einfach blind und ohne Idee in das Geschäft.“

Vor dem Weihnachtseinkauf schlau gemacht hatten sich auch die Kunden von Anneliese Heinzl vom Heimstettener Bücherwurm in Kirchheim. Und ratlosen Schenkern hätte sie oft einen Gutschein empfohlen. Getreu dem deutschen Trend verzeichnete auch sie hier einen deutlichen Anstieg in der Beliebtheitsskala. In der Adventszeit hätte sie etwa fünf am Tag verkauft, eingelöst aber wurden bislang nur wenige. „Das dauert erfahrungsgemäß immer länger“, sagt Heinzl. Und wenn die Marilyn Monroe Biographie doch doppelt unter dem Christbaum lag, der Umtausch sei kein Problem. Stammkunden benötigen bei ihr oft nicht mal einen Kassenzettel. „Ich kenne meine Kunden. Und ich kann mich oft daran erinnern, was sie gekauft haben“, sagt sie. Ein Geben und Nehmen sei das, sie nehme die Ware ohne Murren zurück, der Kunde komme gerne wieder. „So läuft das Geschäft.“

In der Buchhandlung Sirius am Garchinger Bürgerplatz führt Anna Hörtensteiner seit knapp zwei Jahren den Laden, erst einmal habe sie einen Umtausch abgelehnt. „Eine Frau wollte nach acht Monaten spezielle Schulbücher zurückgeben“, sagt sie. Irgendwann höre ihre Kulanz auf, vor allem, weil auch sie nur sechs Monate Zeit habe, das Buch bei ihrem Händler zurückzugeben. Ist aber die Ware nicht beschädigt, und wurde sie erst vor zwei bis drei Wochen gekauft, sei der Umtausch reine Formsache.

Manchmal akzeptiere sie auch Werke, die sie nicht verkauft habe, gesteht sie. Da komme ihr die in Deutschland existierende Buchpreisbindung entgegen. „Aber generell gilt: Kommt mir etwas seltsam vor, lehne ich einen Umtausch ab.“

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