Ein Umzug mit 20000 Kartons: Swiss Life hat neue Verwaltungszentrale in Garching bezogen

Garching - Garching heißt einen weiteren Konzern von Weltrang willkommen. Der Versicherer Swiss Life hat seine neue Zentrale in Hochbrück bezogen. Dort arbeiten seit einigen Tagen 650 Mitarbeiter - und mittelfristig könnten es sogar noch mehr werden.

Die meisten Garchinger werden das imposante Gebäude nur durch die Autoscheibe kennen, wenn sie auf der Schleißheimer Straße in Hochbrück unterwegs sind. Am Ortseingang, schräg gegenüber des U-Bahnhofs, zieht eine Aluminiumfassade vorbei, viel Glas, dazu das Logo von Swiss Life. Steigt man jedoch in die Lüfte und betrachtet die neue Verwaltungszentrale des Versicherungskonzerns von oben, dann erkennt man, dass der Gebäudekomplex die Form eines „G“ bildet. G wie Garching?

Nein, so weit geht die Liebe zur neuen Heimat nicht. „Das ‘G’ hat keine tiefere Bedeutung“, erklärt Bauleiter Wolfgang Kuhn beim Rundgang durch das Gebäude. Im Moment jedoch könnte das „G“ für „gerade eingezogen“ stehen. Erst vor gut einer Woche, am langen Feiertagswochenende, ist Swiss Life mit rund 650 Mitarbeitern umgezogen. Drei Tage lang pendelten 20 Sattelschlepper zwischen der alten Zentrale im Münchner Norden und dem neuen Standort in der Zeppelinstraße 1. Ihre Fracht: 20 000 Umzugskartons. „Der Umzug ist weitgehend reibungslos gelaufen“, freut sich Finanzvorstand Tilo Finck. „Inzwischen arbeiten fast alle Mitarbeiter hier in Garching.“

Dort erwartet sie ein hoch modernes Gebäude mit einer Fläche von rund 21 000 Quadratmetern. Es gibt einen grünen Innenhof, ein Konferenzzentrum, eine Kaffeebar sowie eine großzügige Kantine. Durch Energiesparmaßnahmen wie eine Dreifachverglasung und eine fortschrittliche Wärmedämmung spart das Unternehmen eigenen Angaben zufolge künftig 15 Prozent bei den Betriebskosten. Ausschlaggebend für den Standort Garching sei zudem die gute Verkehrsanbindung gewesen, sagt Finck. „Außerdem haben wir Platz für eine mögliche Erweiterung.“

So gibt es bereits Entwürfe für einen Anbau in Richtung Osten. Dort, wo sich im Moment ein Parkplatz erstreckt, kann das Gebäude um einen weiteren Komplex erweitert werden, sodass bis zu 1000 Mitarbeiter auf 30 000 Quadratmetern Platz finden. „Es ist bereits alles geplant. Bei Bedarf könnten wir ausbauen“, erklärt Finck. „Schließlich weiß man in unserer Branche nie, was in fünf oder zehn Jahren sein wird.“

Die Pläne für die Erweiterung sehen einen rechteckigen Bau mit Innenhof vor - aus der Vogelperspektive betrachtet eine „0“. Zusammen mit dem „G“ ähnele die Ansicht von oben also einer „60“, sagt Bauleiter Wolfgang Kuhn und grinst. „Es gab schon Gerüchte, dass wir das wegen der Fußballer von 1860 München gemacht hätten. Aber ich kann Ihnen versichern: Das ist purer Zufall.“

Der Konzern

Swiss Life ist der größte Lebensversicherungskonzern der Schweiz mit weltweit rund 7.000 Mitarbeitern. Seit 1913 hat das Unternehmen seinen Deutschlandsitz in München, zuletzt in der Berliner Straße in Nord-Schwabing. Da das dortige Gebäude jedoch zu klein wurde und keine Erweiterung möglich war, entschied sich Swiss Life für einen Umzug nach Garching. Am 29. Oktober 2012 legte die damalige Bürgermeister Hannelore Gabor (CSU) den Grundstein für das neue Gebäude am Ortseingang von Hochbrück. Knapp ein Jahr später folgte das Richtfest, ehe nun der Umzug über die Bühne ging. Die Baukosten für die neue Zentrale beziffert der Konzern „im hohen zweistelligen Millionenbereich“.

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