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Potenter Steuerzahler noch in Unterschleißheim – in zwei Jahren vielleicht schon in Garching: Die Deutsche Pfandbriefbank will ihren Sitz an der Freisinger Straße aufgeben und Teil des „Business Campus“ werden. 

Unerwarteter Geldregen

Die Stadt kann sich freuen: Der Kämmerer verspricht in den kommenden Jahren mehr Einnahmen bei der Gewerbesteuer. 

Garching– Fette Jahre stehen offensichtlich der Stadt Garching ins Haus: Kämmerer Heiko Janich hat den Finanzplan für die kommenden Jahre korrigiert. Und zwar deutlich. Nach oben. Ein wichtiger Faktor dabei ist der Umzug eines guten Steuerzahlers von Unterschleißheim nach Garching.

Erst vor wenigen Wochen hatte Janich seinen Entwurf für den Haushalt 2017 vorgestellt. Nun legte er eine Liste mit Änderungen vor, die sich seitdem ergeben haben – und hier stechen zwei Posten im Finanzplan ins Auge: So hat er die prognostizierten Einnahmen aus der Gewerbesteuer für 2020 und 2021 mal eben um 4,5 respektive 4,0 auf jeweils 37 Millionen Euro angehoben. Der Grund sind die neuen Unternehmen, die sich im Ort angesiedelt haben, etwa die IT-Firma „Cisco“, die seit Kurzem im „Business Campus“ sitzt, oder die aus steuerlicher Sicht sehr potente Deutsche Pfandbriefbank, die 2019 von Unterschleißheim nach Garching umziehen will.

Doch nicht nur bei den Prognosen ist die Entwicklung der Gewerbesteuer aus städtischer Sicht sehr erfreulich: Im Vorjahr hat die Stadt hier 33,6 Millionen Euro eingenommen – mit Abstand neuer Rekord. Und für 2017 rechnet der Kämmerer sehr konservativ mit 33 Millionen Euro – wohl wissend, dass dies wohl deutlich übertroffen wird. Allen voran diese Einnahmen lassen den im Gesamtvolumen 84 Millionen Euro schweren Haushalt weit freundlicher aussehen, als es viele erwartet hatten.

Alfons Kraft (BfG) etwa lobte: „Da kann man nur sagen: toll. Es ist erfreulich, dass das Geld so sprudelt, und wir unsere Projekte gut stemmen können.“ Erfreut zeigte sich auch Bastian Dombret (FDP), wenngleich er warnte: „Das Geld fließt manchmal schneller wieder durch den Abguss, als dass es reinsprudelt. Ganz so euphorisch kann man dann doch nicht sein, vor allem, was die Finanzplanung angeht.“ Noch kritischer äußerte sich Florian Baierl (UG), der Garching im Vergleich zu anderen Kommunen ähnlicher Größe „eher abfallen“ sieht. Zudem verwies er auf den 25 Millionen Euro schweren Kredit, den der Gymnasiums-Zweckverband von der Gemeinde Unterföhring aufgenommen hat; dazu komme das „Damoklesschwert“ eines nahendes Austritts von Ismaning und später auch Unterföhring aus dem Zweckverband. „Das ist ein Risiko, in das wir hineinlaufen“, sagte Baierl. „Der langfristigen Finanzierung sehe ich spannend entgegen.“

Dem stimmten auch Walter Kratzl (Grüne) und Jürgen Ascherl (CSU) zu, die unisono zwar den Haushalt 2017 lobten, jedoch auch auf die anstehenden Herausforderungen verwiesen. So komme mit den Neubauten eines Feuerwehrhauses und einer Schule sowie den Millionenkosten für die EWG einiges auf die Stadt zu, mahnte Kratzl. „In den nächsten Jahren können wir schon ein paar mehr Schwierigkeiten erwarten.“ Und dennoch signalisierten auch seine Grünen Zustimmung zum Haushalt – wie alle Fraktionen.

Der einzige Änderungsantrag stammte von der SPD. Ihr Vorschlag, 30 000 Euro für den Ausbau der Beleuchtung am Garchinger See einzustellen, ist einstimmig befürwortet – genauso wie alle Ausschussmitglieder die Empfehlung an den Stadtrat mittrugen. Somit zeichnet sich ab, dass das Gremium bei morgigen seiner Sitzung den Haushalt absegnen wird.

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