Bettgeflüster im Ferienquartier? Der flüchtige Ganove Rudi (Florian Bachmann) überrascht Angie (Melanie Keller), die Tochter des Hauses. foto: kohnke

Unromantisches Schäferstündchen

Neubiberg - Wenn der Direktor mit seiner Sekretärin im Ferienhaus landet, ist das pikant. Wenn sich dort aber bereits seine Tochter mit dem Freund tummelt, ein Ganove Unterschlupf sucht und die Polizei auftaucht - dann schreit das nach Verwicklungen. Welche? Das zeigt die Volksbühne Neubiberg-Ottobrunn in ihrer neuen Komödie: „Drei san zwoa z´vui“.

So gut wie ausverkauft war die Premiere im Wirtshaus Leiberheim in Waldperlach. Rund 160 Zuschauer waren gekommen, um sich den turbulenten Dreiakter von Ulla Kling anzuschauen. Mit vier Inszenierungen mit je 40 Aufführungen jährlich zählt die Volksbühne zu den fleißigsten Heimatbühnen Bayerns. Theaterleiter Ralf Hiltwein kann dabei auf 37 feste Darsteller bauen. Dafür, dass die Stücke gut über die Bühne gehen, sorgen nochmal 80 Vereinsmitglieder. Alle sind mit Herzblut dabei - ehrenamtlich. Auch die Nachwuchsarbeit klappt. Es gibt ein Kinder-Theater-Ensemble mit etwa 15 Aktiven im Alter bis zu 17 Jahren.

„Aus dieser Gruppe stammen ursprünglich auch vier Mitspieler der aktuellen Komödie“, erläuterte Gabi Keller, zuständig für die Regie: Florian Bachmann, Ferdinand Mandl, Melanie Keller und Saskia Zetzl. Darüber sei der Verein sehr stolz. Zentraler Schauplatz des Stücks ist das Wochenendhaus der Familie Kugler. Der Herr des Hauses plant hier ein Schäferstündchen mit seiner Sekretärin. Max Holzmair als Direktor Kugler in zweitfrühlingsroter Jeans gibt auf der Balz sein Bestes. Er mimt facettenreich den einsamen Wolf. Sie sieht in ihm nur das „Bärli“. Saskia Zetzl in hautengem Schlauchrock verkörpert das stöckelnde Spatzl mit „Intelligenzmagersucht“.

Parallel zu den beiden haben auch Kuglers Tochter Angi und ihr Freund Klaus Quartier bezogen. Melanie Keller überzeugt mit frischem, natürlichem Charme. Ferdinand Mandl bleibt den Zuschauern sicher als Träger des gräulichsten Pyjamas der Welt in Erinnerung. Anziehungskraft hatten für ihn auch Jogginghose und Haus-Puschen.

Bleibt da Raum für Romantik? Bis sich das klärt, ätzen sich die beiden noch herrlich an. Er hätte „Power wie eine Winterkartoffel“, wird sie ihm sagen. „Was bin ich denn?“ wird er dann fragen. „Überflüssig!“. Oha.

Den meisten Szenenapplaus erbeutet der Bankräuber Rudi. Florian Bachmann gibt den vermeintlichen Schurken, der im Ferienhaus Zuflucht sucht. Keck, frei heraus und mit sichtlicher Spielfreude schenkt er dem Publikum als Spitzbub „das volle Rudi-Verwöhnprogramm“. Auch mit von der Partie sind Wolfgang Otten als Polizist und Martina Fellner als Kuglers Gattin.

Ein vergnüglicher Theaterabend mit unerwarteten Wendungen, kuriosen Verwicklungen und Partnertausch an (fast) allen Fronten. Dafür gab es nach 130 Minuten verdient anhaltenden Applaus.

Weitere Aufführungen

finden am 13., 14., 15., 20., 21. und 22. Februar statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Karten kosten neun Euro. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.volksbuehne-neubiberg-ottobrunn.de.

Kathrin Kohnke

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